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Medizin

Studie bestätigt Sicherheit von HPV-Impfstoff

Freitag, 11. Oktober 2013

dpa

Stockholm – Die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) hat in Dänemark und Schweden im Allgemeinen nicht zu einem Anstieg von Autoimmunerkrankungen, neurologischen Erkrankungen oder venösen Thromboembolien geführt. Die Zunahme von Typ 1-Diabetes, Raynaud-Syndrom und Morbus Behçet wird in der Publikation im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2013; 347: f5906) als Zufallsbefund interpretiert.

Die Assoziation des Influenza A/H1N1-Impfstoffs Pandemrix mit vermehrten Narkolepsien bei Kindern hat zu der Befürchtung geführt, dass auch die HPV-Impfung diese oder andere Autoimmunerkrankungen auslösen könnte. Lisen Arnheim-Dahlström vom Karolinska Institut in Stockholm und Mitarbeiter haben deshalb zu diesen Fragen die Patientenregister in Schweden und Dänemark ausgewertet.

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In beiden Ländern wird der quadrivalente Impfstoff Gardasil von Sanofi Pasteur MSD eingesetzt. Zwischen 2006 und 2010 wurden fast 300.000 Mädchen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren geimpft. Sie erhielten fast 600.000 Impfdosen. Die Forscher haben untersucht, ob es in den ersten 180 Tagen nach den einzelnen Impfungen häufiger zu Einträgen zu 53 Diagnosen in landesweiten Patientenregistern gekommen ist, die sowohl ambulante als auch Krankenhausbehandlungen erfassen.

Für drei Autoimmunerkrankungen wurde ein Signal gefunden. Dies waren der Typ 1-Diabetes (Adjustierte Rate Ratio ARR 1,29; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,03-1,62), das Raynaud-Syndrom (ARR 1,67; 1,14-2,44) und der Morbus Behçet (ARR 3,37; 1,05-10,80). Die Narkolepsie (ARR 0,71; 0,29-1,79) gehörte nicht dazu. Arnheim-Dahlström ist der Ansicht, dass die Signale bei Typ 1-Diabetes, Raynaud-Syndrom und Morbus Behçet nicht auf tatsächliche Risiken hinweisen, da bei allen drei Erkrankungen nur jeweils eines von drei Kritierien zur „Signalverstärkung“ erfüllt waren.

Diese drei Kriterien waren eine Anzahl von 20 oder mehr Erkrankungsfällen (Kriterium Reliabilität; erfüllt bei Typ 1-Diabetes und Raynaud-Syndrom), eine Rate Ratio von 3,0 oder mehr (Kriterium Stärke; erfüllt beim Morbus Behçet) und eine in beiden Ländern erhöhte Rate Ratio (Kriterium: Konsistenz; erfüllt bei keiner Erkrankung).

Die Studie wurde mit öffentlichen Geldern finanziert. Arnheim-Dahlström und ein Mitautor geben an, dass sie zu früheren Zeitpunkten Forschungsgelder von Impfstoffherstellern erhalten haben. © rme/aerzteblatt.de

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