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Medizin

Hepatitis B: Impfkampagne erhöht Mutantenrate in China

Freitag, 11. Oktober 2013

Washington – Die routinemäßige Impfung von Kindern gegen Hepatitis B hat in China zwischen 1992 und 2005 die Rate von Viren, gegen welche der Impfschutz möglicher­weise nicht wirkt, mehr als verdoppelt. Wissenschaftler des Chinese Center for Disease Control and Prevention und der University of North Carolina, Chapel Hill, berichten im Journal of Virology über die Zunahme der Impfmutanten (http://dx.doi.org/0.1128/JVI.02127-13 ).

Hepatitis B ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Jeder dritte Mensch macht im Laufe seines Lebens eine Infektion durch. Im ungünstigen Fall chronifiziert sich die Infektion und kann dann langfristig zu einer Leberzirrhose führen. China und der übrige asiatische Raum sind Hochprävalenzgebiete.

1982 stand erstmalig ein Impfstoff zur Verfügung und seit 1992 empfiehlt die Weltge­sund­heitsorganisation die HBV-Impfung. China nahm 1992 zusammen mit 31 anderen Ländern die Empfehlung der WHO in ihren Impfplan auf. Die Wissenschaftler der Studie schätzen, dass die HBV-Impfung rund 80 Millionen Kinder in China vor einer Infektion bewahrt hat. Rund 90 Prozent der Geimpften bauen nach drei Dosen einen wirksamen Schutz auf.

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Die Arbeitsgruppe verglich die Rate der HBV-Mutanten zwischen 1992 und 2005. Besondere Aufmerksam richteten die Wissenschaftler auf die Veränderung verschie­dener Oberflächenmarker, welche die wirksamen Antikörper binden und das Virus neutralisieren. Einer dieser Oberflächenmarker, die alpha-Determinante, war 1992 bei Kindern in 6,5 Prozent der Fälle mutiert.

Diese Rate stieg bis 2005 auf 14,8 Prozent. Nach Aussage der Forscher hat sich sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen von 1992 bis 2005 die Mutationsrate im Oberflächenantigen (S-Antigen) der Viren signifikant erhöht. Die Viren einer ungeimpften Kontrollpopulation wiesen nahezu keine Veränderung im Oberflächenantigen auf. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Veränderungen des Oberflächenantigens die Wirksamkeit der Impfung herabsetzen könnte.

Der Erstautor der Studie Tao Bian hält die gegenwärtige HBV-Impfung trotz der steigenden Mutantenzahlen für einen effektiven Schutz gegen eine Infektion. Die Gesundheitsämter müssten aber die Zunahme der Mutanten beobachten und rechtzeitig reagieren. Ein kürzlich entwickelter Impfstoff mit zwei unterschiedlichen Antigenen des HB-Virus könnte die Mutantenbildung verlangsamen, so die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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