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Politik

Sozialkassen im Minus

Freitag, 11. Oktober 2013

Wiesbaden – Nach einem kräftigen Überschuss im Vorjahr sind die deutschen Sozialkassen in den vergangenen Monaten ins Minus gerutscht. Der Fehlbetrag habe sich im ersten Halbjahr 2013 auf 3,1 Milliarden Euro summiert, teilte das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mit. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte die Sozialversicherung noch einen Überschuss von 4,8 Milliarden Euro verzeichnet.  

Die Einnahmen der Sozialversicherung stiegen laut Bundesamt im ersten Halbjahr leicht auf 262,6 Milliarden Euro. Das waren 0,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Ausgaben wuchsen derweil deutlich stärker um 3,2 Prozent. Sie erreichten 265,7 Milliarden Euro.  

Als Grund für die verschlechterte Finanzlage der Kassen nannte das Bundesamt unter anderem die Absenkung der Rentenbeiträge von 19,6 Prozent auf 18,9 Prozent, die Abschaffung der Praxisgebühr und der Wegfall der Bundeszuschüsse zur Arbeitsförderung.

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Die Sozialversicherung umfasst die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung, die gesetzliche Unfallversicherung, die allgemeine Rentenversicherung und die knappschaftliche Rentenversicherung, die Alterssicherung für Landwirte, die soziale Pflegeversicherung sowie die Bundesagentur für Arbeit.

Die Finanzsituation der einzelnen Versicherungen entwickelte sich in der ersten Jahreshälfte unterschiedlich. Die Rentenkasse konnte ihre Einnahmen nur leicht um 0,2 Prozent steigern, sie lagen bei 127,0 Milliarden Euro. Die Ausgaben wuchsen derweil um 2,1 Prozent auf 128,4 Milliarden Euro. 

Auch bei der Kran­ken­ver­siche­rung wuchsen die Ausgaben schneller als die Einnahmen. Die Einnahmen stiegen um 1,5 Prozent auf 96,8 Milliarden Euro. Die Ausgaben nahmen um 4,9 Prozent zu und erreichten 97,8 Milliarden Euro.

Die Einnahmen der Bundesagentur für Arbeit sanken im ersten Halbjahr kräftig um 12,4 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro, während die Ausgaben um 3,6 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro stiegen. Bei der Pflegeversicherung hielten sich Ausgaben (12,0 Milliarden Euro) und Einnahmen (12,1 Milliarden Euro) fast die Waage.  

Nach Einschätzung des Statistischen Bundesamts lassen die Zahlen für das erste Halbjahr noch keine Rückschlüsse auf das Ergebnis des Gesamtjahrs zu. Die Behörde verweist auf die starken Schwankungen von Einnahmen und Ausgaben im Jahresverlauf. © afp/aerzteblatt.de

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