NewsÄrzteschaftKBV befürchtet Qualitäts­einbußen bei der Schwer­hörigen-Versorgung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

KBV befürchtet Qualitäts­einbußen bei der Schwer­hörigen-Versorgung

Freitag, 11. Oktober 2013

dpa

Neumünster/Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Deutsche Berufsverband der HNO-Ärzte haben vor „massiven Qualitätseinbußen bei der Schwer­hörigen-Versorgung“ gewarnt. Hintergrund ist ein Vertrag zwischen der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker und der AOK sowie rund 100 Betriebskrankenkassen.

Darin verzichten die Vertragspartner auf die Nachuntersuchung beim verordnenden Hals-Nasen-Ohrenarzt. Das verstößt laut KBV sowohl gegen die geltende Hilfsmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses als auch gegen Qualitätsvereinbarung zur Hörgeräteversorgung der KBV und der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV).

Anzeige

„Für die Patienten besteht die Gefahr, dass Komplikationen zu spät erkannt werden“, mahnte Dirk Heinrich, Präsident des Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte. So könnten etwa Gehörgangsdruckgeschwüre, die als eine der häufigsten Komplikationen beim Einsatz von Hörgeräten gelten, ohne gründliche Nachuntersuchung beim HNO-Facharzt nicht rechtzeitig erkannt werden.

Schlechtere Behandlungsqualität droht
Obwohl es bald deutlich mehr Geld für Hörgeräte gebe, müssten die Patienten aufgrund des Vertrags zwischen Kassen und Hörgeräteakustikern also mit einer schlechteren Behandlungsqualität rechnen.

Auch KBV-Vorstand Andreas Köhler hält den Vertrag für kontraproduktiv: „Weder die Bundesinnung der Hörgeräteakustiker noch die beteiligten Krankenkassen legen offensichtlich großen Wert auf die Qualitätssicherung bei der Hörgeräteversorgung, wie sie Kassenärztliche Bundesvereinigung und Spitzenverband Bund der Krankenkassen festgelegt haben“, monierte der KBV-Chef. Er appellierte an die zuständigen Aufsichtsbehörden, umgehend für die Einhaltung der geltenden Hilfsmittel-Richtlinie zu sorgen.

Nach Beschluss des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen steigt der Festbetrag für Hörhilfen von schwerhörigen Versicherten in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung zum 1. November von 421 auf 785 Euro. Anders als bisher wird die Nachsorge dabei künftig gesondert vergütet. Jährlich erhalten bundesweit mehr als 500.000 Menschen ein neues Hörgerät. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. Oktober 2020
Frechen – Angesichts steigenden Infektionsraten plädiert der Deutsche Bundesverband für Logopädie (dbl) dafür, die Videobehandlung im Bereich der ambulanten logopädischen Versorgung so lange als
Corona: Videobehandlung für Logopäden Mittel der Wahl
9. Oktober 2020
Berlin – Das Ausgabenvolumen für Arzneimittel steigt im kommenden Jahr um 4,6 Prozent. Das ist das Ergebnis der bundesweiten Rahmenvorgaben, auf die sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und
Ausgabenvolumen für Arznei- und Heilmittel steigt
3. September 2020
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat heute das Inkrafttreten der neuen Heilmittel-Richtlinie und der neuen Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte um ein Quartal auf Anfang Januar 2021
Neue Heilmittel-Richtlinie tritt erst Anfang des neuen Jahres in Kraft
3. September 2020
Berlin – Verbandsmaterialien, die einen pharmakologischen, immunologischen oder metabolischen Einfluss auf die Wundheilung haben, müssen künftig ihren medizinischen Nutzen beweisen, bevor sie
Streit um Erstattung von Verbandsmaterial
10. Juli 2020
München – „Bleib einfach im Bett, wenn Du zum Arzt gehst“ – mit diesem Slogan darf eine Krankenkasse nicht mehr werben. Das hat das Oberlandesgericht München entschieden. Die Zentrale zur Bekämpfung
Krankenkasse darf nicht mit Ferndiagnose werben
8. Juli 2020
Silver Spring/Maryland – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen implantierbaren Neurostimulator zur Behandlung chronischer Rückenschmerzen zugelassen. Das Gerät eines irischen Herstellers stimuliert
Neurostimulator lindert chronische Rückenschmerzen
6. Juli 2020
Berlin – 80 Prozent der Versicherten in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) erhalten ihre medizinischen Hilfsmittel über die Krankenkasse ohne Mehrkosten. Jeder fünfte entscheidet sich jedoch
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER