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Beratungsunternehmen rät Medizintechnikfirmen zu neuen Geschäftsmodellen

Dienstag, 15. Oktober 2013

Produktion von Dialysegeräten  /dpa

Berlin – Vor großen Veränderungen steht die Medizintechnik-Branche in den USA und Europa nach Auffassung der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY). Laut einem Mitte Oktober erschienenen Medizintechnik-Report des Unternehmens steht die Branche massiv unter Druck: Staatliche Zulassungsbehörden legten immer strengere Maßstäbe für das Kosten-Nutzen-Verhältnis medizinischer Leistungen fest. Neue medi­zin­­technische Produkte müssten Patienten und Kostenträgern einen klaren Mehrwert bringen, um sich auf dem Markt behaupten zu können. Dieser Mehrwert müsse über reine technische Verbesserungen weit hinausgehen.

Die Medizintechnik-Unternehmen müssten daher an neuen Geschäftsmodellen arbeiten. „So wollen sie sich in den veränderten Wertschöpfungsketten des Gesundheitssystems nicht länger als reine Technik-Lieferanten positionieren, sondern streben eine Stellung als ganzheitliche Dienstleister an“, so EY.

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Diese Umstellung berge die Chance, neue Märkte und damit Umsatzpotenziale zu erschließen, sei aber gleichzeitig ein finanzieller und operativer Kraftakt für die Unternehmen. Kapital für die nötigen Innovationen, um die Umstellung zu bewältigen, werde zunehmend knapp – insbesondere für kleine und junge Unternehmen.

„Es fehlt vor allem Innovationskapital für Startups und kleinere Unternehmen“, sagte Heinrich Christen, Medical Devices Industry Leader bei EY in Europa, Mittlerer Osten, Indien und Afrika. Das gelte insbesondere in Europa, wo die Versorgung mit Risikokapital traditionell schlechter sei als in den USA.

„Die einzige Hoffnung für viele kleinere Unternehmen, die ihre Produkte bis zur Marktreife bringen wollen, ist die Übernahme durch einen der großen Player.“ Nicht nur für solche Übernahmechancen sollten die großen Konzerne nun Kapital bereithalten, rät Christen: „Alle Unternehmen der Branche müssen sich die Frage stellen, wie sie ihre Innova­tionskraft aufrechterhalten. Sie stehen vor der Herausforderung, sich auf die verän­derten Rahmenbedingungen einzustellen und wieder einen Wachstumspfad einzu­schlagen.“

Für Unternehmen diesseits wie jenseits des Atlantiks gelten in dieser Situation laut EY dieselben Handlungsempfehlungen: „Mit innovativer Technik allein können sich Medizintechnik-Unternehmen auf Dauer nicht mehr behaupten“, sagt Christen. Für die Branche sei es zu diesem kritischen Zeitpunkt entscheidend, innovative Geschäfts­modelle zu entwickeln statt auf reine technische Verbesserungen ihrer Produkte zu setzen. © hil/aerzteblatt.de

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