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Politik

G-BA will sektorübergreifende Qualitätssicherung weiter verfolgen

Dienstag, 15. Oktober 2013

Berlin – Das unparteiische Mitglied im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA), Regina Klakow-Franck, hat angekündigt, der G-BA werde den Weg der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung konsequent weiter verfolgen. Ziel sei es dabei, die Behandlung eines Patienten vom Beginn bis zur Nachsorge qualitätsgesichert mit adäquatem Aufwand nachverfolgen zu können, sagte Klakow-Franck heute auf der 5. Qualitäts­sicherungs­konferenz des G-BA in Berlin. Problematisch sei jedoch, dass man es dabei mit sektoral „total unterschiedlichen Rahmenbedingungen“ zu tun habe.

Um diese vergleichen zu können, hat der G-BA jetzt das AQUA-Institut damit beauftragt, Qualitätssicherungsverfahren zu sektorgleichen Verfahren zu entwickeln, die sowohl im Krankenhaus als auch ambulant erbracht werden: zunächst zur perkutanen Koronarintervention und zum arthroskopischen Eingriff am Kniegelenk. 

„Zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung gibt es derzeit keine Alternative“, sagte auch der Referatsleiter Qualitätssicherung beim GKV-Spitzenverband, Hans-Werner Pfeifer. Da es heute jedoch nicht möglich sei, die Daten aus den verschiedenen Sektoren zusammenzufassen, müsse der Gesetzgeber für einheitliche Dokumentations­vorgaben in den Sektoren sorgen, damit eine sektorenübergreifende Qualitätssicherung stattfinden könne.

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Klakow-Franck kündigte zudem an, bei der Qualitätssicherung künftig bevorzugt auf die Routinedaten der Krankenkassen zurückzugreifen, um datensparsam zu sein. Für die Qualitätssicherung sei darüber hinaus die Förderung von einrichtungsinternem Qualitäts­management durch den sogenannten strukturierten Dialog mit einzelnen Krankenhäusern, durch Qualitätszirkel und Peer-Review-Verfahren unverzichtbar.

Die Versorgung in deutschen Krankenhäusern sei auf einem guten Niveau, erklärte Joachim Szecsenyi, Geschäftsführer des AQUA-Instituts, das im Auftrag des G-BA im September den Qualitätsreport 2012 zur Behandlungs- und Ergebnisqualität von etwa einem Viertel aller stationären Krankenhausfälle vorgelegt hat. Das Ergebnis war: Im Vergleich zum Vorjahr gab es in 15 der 30 untersuchten Leistungsbereiche eine Verbesserung der Versorgungsqualität, zudem in 56 der 464 untersuchten Qualitäts­indikatoren – 21 haben sich jedoch auffällig verschlechtert.

So sei die Sterblichkeit infolge einer perkutanen Korornarintervention im Jahr 2012 rechnerisch signifikant gestiegen, sagte Klakow-Franck. Dem werde nun im strukturierten Dialog nachgegangen. „Es ist ja gerade der Sinn des ganzen Verfahrens, auffällige Häuser zu identifizieren, mit ihnen Zielvereinbarungen zu schließen und in den kommenden Jahren nachzuschauen, ob es besser geworden ist“, so das unparteiische G-BA-Mitglied.

Auch komme es vor, dass sich Qualitätsindikatoren innerhalb eines Leistungsbereiches sowohl verbesserten als auch verschlechterten, zum Beispiel bei der Mammachirurgie. So hat sich die prätherapeutische Diagnosesicherung bei nicht-tastbarer maligner Neoplasie von 93 Prozent auf 94,1 Prozent verbessert. Verschlechtert hat sich hingegen, dass mehr Patientinnen als im Vorjahr länger als drei Wochen auf einen Operationstermin – 23,8 Prozent im Vergleich zu 22,3 Prozent im Jahr 2011. © fos/aerzteblatt.de

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