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Medizin

Junge Migränepatienten leiden häufiger unter Depressionen als alte

Freitag, 18. Oktober 2013

dpa

Toronto – Laut einer kanadischen Querschnittsstudie mit rund 67.000 Teilnehmern erkranken Migränepatienten doppelt so häufig an einer Depression wie Gesunde, wobei jüngere Patienten besonders stark betroffen sind. Erstautorin Esme Fuller-Thomson und ihre Arbeitsgruppe an der University of Toronto berichten über ihre retrospektive Analyse in Depression Research and Treatment (http://dx.doi.org/10.1155/2013/401487 ).

Die Migräne ist einer der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Sie betrifft rund jeden zehnten Deutschen. Je nach Häufigkeit, Intensität und dem Auftreten einer Aura bedeutet die Migräne eine starke psychische und physische Belastung für den Patien­ten. Neben dem Verlust an Lebensqualität könnte laut einer Studie in Neurology auch eine gemeinsame genetische Veranlagung für beide Erkrankungen – Migräne und Depression – bestehen (http://dx.doi.org/10.1212/WNL.0b013e3181cbcd19 ).

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Die Daten von 67.000 Teilnehmer der Canadian Community Health Survey 2005 wurden von den Forschern in Hinblick auf die Prävalenz von Migräne und Depressionen ausge­wertet. 6.000 Migränepatienten befanden sich unter den Teilnehmern, wobei jede siebte Frau und jeder sechzehnte Mann betroffen war.

Teilnehmer mit Migräne litten mehr als doppelt so häufig an einer Depression als solche ohne (Männer OR= 1,89 ; Frauen OR= 2,02 ). Besonders auffällig war die Alters­verteilung bei den Patienten, die zusätzlich eine Depression entwickelten. Frauen die jünger als 30 Jahre alt waren hatten gegenüber 65-jährigen Frauen ein sechsfach erhöhtes Risiko, an einer Depression zu erkranken.

Unverheiratete Teilnehmer mit einem niedrigen sozioökonomischen Status waren besonders betroffen. Die Wissenschaftler untersuchten außerdem die Lebenszeit­prävalenz von ernsthaften Suizidgedanken bei den Migränepatienten. Unter 30-jährige beider Geschlechter waren viermal so häufig von den Suizidgedanken betroffen wie über 65-jährige.

Die Forscher vermuten, dass ältere Patienten bessere Bewältigungsstrategien für sich entwickeln oder eher eine wirksame Therapie gefunden haben. Ältere Patienten könnten eine wichtige Gruppe zur Erforschung protektiver Faktoren gegen Depressionen bei Migränepatienten sein, hieß es aus der Arbeitsgruppe. © rme/aerzteblatt.de

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