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Medizin

Sepsis-Schnelltest entwickelt

Freitag, 18. Oktober 2013

London – Britische Forscher haben einen Bluttest entwickelt, der innerhalb von zwei Stunden eine Sepsis von einem systemischen inflammatorischen Response-Syndrom (SIRS) aus anderen Gründen unterscheiden kann. Der Test könnte auf Intensivstationen den unnötigen Einsatz von Antibiotika senken.

Eine „echte“ Sepsis, die durch die Vermehrung von Krankheitserregern im Blut ausgelöst wird, ist auf Intensivstationen nur schwer von einer „falschen“ zu unterscheiden, die als systemische inflammatorische Response-Syndrom (SIRS) bezeichnet wird und keine infektiösen Ursachen hat.

Beide Diagnosen erfordern eine sofortige Reaktion, die allerdings nur bei der „echten“ Sepsis in der Gabe von Antibiotika besteht. Bei einer SIRS können diese dem Patienten sogar schaden. Bislang fehlt ein Schnelltest, der eine rasche Differenzialdiagnose am Krankenbett ermöglicht.

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Unter der Annahme, dass das Immunsystem eigentlich „wissen“ müsste, ob es gegen Keime kämpft oder aus anderen Gründen aufs Heftigste reagiert, hat das Team um Graham Lord vom King’s College London in Blutproben von Patienten mit bekannter Sepsis oder SIRS systematisch nach sogenannten microRNA gesucht.

Es handelt sich um kleine RNA-Moleküle, die im Zellkern bestimmen, welche Gene in Proteine umgesetzt werden sollen oder genauer gesagt welche nicht. Denn microRNA verhindern durch Bindung an bestimmte Boten-RNA, dass die Erbinformation zu den Ribosomen zwecks Proteinproduktion weitergereicht wird.

Die Suche wurde belohnt. Mit miR-150 und miR-4772-5p-iso fand das Team zwei microRNA, mit deren Hilfe eine Sepsis von einer SIRS unterschieden werden kann. In einer ersten Validierungsstudie an schwedischen Patienten erzielte der neue Test eine diagnostische Genauigkeit von 86 Prozent (Spezifität 90,5 Prozent, Sensitivität 81,8 Prozent).

Da microRNA mit der quantitativen Echtzeit-PCR  (für Polymerase-Kettenreaktion) nachgewiesen werden kann, könnte den Ärzten bereits nach zwei Stunden ein Ergebnis zur Verfügung stehen. Weitere Studien müssen jetzt zeigen, dass der neue Schnelltest bekannten Diagnosekriterien überlegen ist und die Situation der Patienten tatsächlich verbessern kann.

© rme/aerzteblatt.de

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