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Medizin

„Heißer“ Polio-Cluster in Syrien

Montag, 21. Oktober 2013

Poliovirus /dpa

Genf – In Syrien, wo seit zwei Jahren ein Bürgerkrieg tobt, der Impfungen erschwert, sind offenbar mehrere Fälle einer symptomatischen Kinderlähmung aufgetreten. Dies teilte die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) am Wochenende mit. Eine Bestätigung steht allerdings noch aus.

Ein Cluster von Erkrankungen wurde aus dem Gouvernement Deir ez-Zor gemeldet, die im Osten des Landes an den Ufern des Flusses Euphrat gelegen ist. Dort sind offenbar mehrere Menschen an einer für die Polio typischen akuten schlaffen Lähmung erkrankt, und bei zwei Patienten soll ein erster Virusnachweis positiv ausgefallen sein. Die Überprüfung der Ergebnisse in einem Labor der WHO steht allerdings noch aus.

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Die syrische Regierung spricht von einem „heißen“ Cluster und plant offenbar sofortige Gegenmaßnahmen. In der Region werde jetzt aktiv nach weiteren Fällen gesucht, heißt es vonseiten der Regierung. Eine Impfaktion, die laut der Global Polio Eradication Initiative auch die Nachbarländer umfassen müsste (wohin täglich Menschen flüchten), sei geplant.

Nachweis von Poliowildviren in Israel: Anlass für Wachsamkeit

Molekulare und epidemiologische Analysen belegen, dass das Poliowildvirus einem südostasiatischen Genotyp entspricht, welcher derzeit in Pakistan zirkuliert. Europa ist seit über elf Jahren als poliofrei zertifiziert, jetzt aber schätzt die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) das Risiko der internationalen Weiterverbreitung der Polioviren als hoch ein.

Es bleibt abzuwarten, ob die Impfungen sich in der derzeitigen Bürgerkriegssituation flächendeckend durchsetzen lassen. Syrien war zuvor seit 1999 poliofrei. Im benachbarten Israel, das allerdings keine offenen Grenzübergänge mit Syrien hat, sind seit Februar 2013 Poliowildviren in Abwässern nachgewiesen worden. Dort ist es, sicherlich auch aufgrund der hohen Impfquote von 94 Prozent, bisher zu keinen Erkrankungen gekommen.

© rme/aerzteblatt.de

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