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Ärzteschaft

Dramatischer Mangel an Onkologen droht

Montag, 21. Oktober 2013

Wien – In wenigen Jahren könnte die Unterversorgung mit Hämatologen und Onkologen dramatisch sein, wenn es in den kommenden Jahren nicht gelingt, mehr Anreize zur Qualifizierung von Ärzten in diesem Fachgebiet zu schaffen und mehr Nachwuchs auszubilden. Das hat Mathias Freund aus Berlin, Geschäftsführender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), bei der gemeinsamen Jahrestagung der deutschen, österreichischen und schweizerischen Fachgesellschaften in Wien gesagt. Es müssten bis 2020 circa 50 Prozent mehr Hämatologen und Onko­logen als bislang zur Verfügung stehen, um den Versorgungsbedarf zu decken.

Basis für die Abschätzung des Facharztmangels ist eine aktuelle Studie, die die DGHO in Auftrag gegeben hat. Danach wird die Prävalenz der Malignome bei den Frauen bis 2020 um neun und bei den Männern um 17 Prozent zunehmen: Aufgrund der demo­grafischen Entwicklung in Kombination mit der Geschlechter- und Altersverteilung von Krebserkrankungen. Neuerkrankungsrate und die Sterbefälle sind in den letzen zwanzig Jahren leicht angestiegen. Es gibt jährlich circa 480.000 Krebsdiagnosen. 

Vor allem in den Flächenländern, also den Bundesländern mit einem hohen Anteil ländlicher Regionen, wird die Prävalenz der Malignome zunehmen, weil hier der Anteil der Älteren am stärksten wachse, erläuterte Freund. In Kombination von der demo­grafisch bedingten Steigerung der Krebserkrankungen und dem altersbedingten Ausscheidens von Hämatologen und Onkologen andererseits komme man auf den abgeschätzten Bedarf an Hämatologen und Onkologen.

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Freund: „Wir sind erstaunt, dass in der Politik dieses Problem kaum bekannt ist und statt dessen in der Vergangenheit immer wieder die Schließung von onkologischen Instituten erwogen wurde.“

Kongresspräsident Richard Greil von der Universitätsklinik Salzburg wies darauf hin, dass in Europa derzeit circa 100.000 Ärzte fehlten. „Das führt zu einer großen Konkurrenz um Ärzte zwischen den Ländern Europas“, sagte Greil, und das sei vor allem deshalb ein Problem, weil die Ausbildung der Mediziner teuer sei.

Die DGHO fördert, durch Stiftungen finanziert, Promotionsstipendien und Kongress­besuche für Nachwuchsärzte und hat ein Netzwerk für junge Mediziner gegründet (www.junge-mediziner@dgho.de). Die gemeinsame Jahrestagung in Wien endet am kommenden Mittwoch. © nsi/aerzteblatt.de

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