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Medizin

EMA: Haustiere können resistente Bakterien übertragen

Montag, 21. Oktober 2013

London – Multiresistente Keime werden zunehmend auch bei Haustieren nachgewiesen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hält eine Übertragung auf den Menschen für möglich und stellt hierzu ein Diskussionspapier vor, das Ausgangspunkt für eine Reglementierung sein könnte.

In Kleintierpraxen von Tierärzten, die überwiegend Haustiere wie Hunde und Katzen versorgen, werden zunehmend Reserveantibiotika eingesetzt. Die Anwendung erfolgt laut dem Bericht der EMA nicht immer entsprechend den Empfehlungen und häufig empirisch ohne Erregernachweis.

Die Folge ist - wie in der Humanmedizin – ein zunehmendes Auftreten von multiresis­tenten Keimen. Dazu gehören Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), die nach Einschätzung der EMA von den Haustieren auf den Menschen (und umgekehrt) übertragen werden können. Bei Menschen und Haustieren würden genetisch identische Bakterienklone nachgewiesen.

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Bei Katzen, Hunden und Pferden werden verwandte Methicillin-resistente Staphylococcus pseudintermedius beobachtet, die in Einzelfällen auch bei den Haustierhaltern isoliert werden konnten, was für eine wechselseitige Übertragung spricht.

Unter den Durchfallerregern wurden bei Hunden und Pferden Vancomycin-resistant enterococci (VRE) beobachtet. Für eine Ansteckung von Menschen durch die Haustiere gebe es jedoch keine Belege, heißt es in dem Bericht. Dies gelte auch für Entero­bakterien, die Extended Spectrum Beta-Lactamasen produzieren. Diese wurden bei Hunden, Katzen und Pferden nachgewiesen. Carbapenem-resistente Gram-negative Bakterien wurden bei Hunden isoliert.

Die EMA stellt die Frage, ob die Bakterien, die zur Induktion der resistenten Erreger geführt haben, künftig stärker als bisher reguliert werden sollten. Denkbar wären Risikobegrenzungsmaßnahmen, um die Ausbreitung der Resistenzen bei den Tieren und eine mögliche Übertragung auf den Menschen zu verhindern. © rme/aerzteblatt.de

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