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„Aktionsbündnis gegen Darmkrebs“: Pilotstudie zeigt Präventionserfolge

Dienstag, 22. Oktober 2013

Berlin – Das „Aktionsbündnis gegen Darmkrebs“ der Betriebskrankenkassen (BKK)  und die Felix Burda Stiftung wollen die Darmkrebsvorsorge in Deutschland verbessern. Dazu fordern sie schnellstmöglich ein zentrales Einladungsverfahren zum Screening – so wie es der Nationale Krebsplan vorsieht.

Zwar haben Versicherte ab dem 55.Lebensjahr seit 2002 Anspruch auf eine Koloskopie, die Kosten hierfür werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Nach Angaben der BKK nutzen jedoch nur drei Prozent der Berechtigten dieses Angebot.

Bei dem im Juli 2012 gestarteten bundesweiten Aktionsbündnis gegen Darmkrebs werden deshalb Versicherte, die das 55. Lebensjahr erreicht haben, schriftlich von ihrer BKK zu einer Darmspiegelung eingeladen. Vorbild für dieses Einladungsverfahren ist das Mammographie-Screening.

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„ Alternativ wird den Versicherten, die keine Koloskopie wünschen, ein kostenfreier immunologischer  Stuhltest angeboten“, erläuterte Manfred Puppel, Vorstand des BKK-Landesverbandes NORDWEST, heute in Berlin. Dieser Test, der ansonsten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert wird,  werde darüber hinaus auch den 50 bis 54jährigen Versicherten schriftlich empfohlen.

Er entspreche den Empfehlungen der Europäischen Union und den Leitlinien des Berufsverbandes niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands, betonte Puppel. Die Nachweisquote bei diesem immunologischen Test läge mit 90 Prozent mehr als doppelt so hoch wie beim alten Papiertest.

„Der Aufwand für das Einladungsverfahren hat sich gelohnt“, erklärte Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes, bei der Vorstellung der Ergebnisse des ersten Jahres. Gerade Männer, die mehrheitlich als Vorsorgemuffel gelten würden, hätten durch die persönliche Ansprache an der Darmkrebsvorsorge (immunologischer Stuhltest) teilgenommen. Insgesamt lag die Teilnahmerate der etwa 225.000 angeschriebenen Versicherten zwischen 50 und 54 Jahren bei 26 Prozent (52 Prozent Männer, 48 Prozent Frauen).

Knieps appellierte deshalb an den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss, das im Krebs­früherkennungs- und Registergesetz beschriebene Einladungsverfahren zur Krebs­prävention bis April 2016 – wie im Gesetz vorgesehen - umzusetzen. „Noch zu schaffen ist ein klarer politischer Rahmen, der regelt, welche personenbezogenen Daten für die Einladung sowie für die Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle der Krebsfrüherkennungsprogramme verwendet werden dürfen“, sagte er. 

Das Aktionsbündnis gegen Darmkrebs steht unter der Schirmherrschaft des noch amtierenden Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ters Daniel Bahr. Eingebunden und unterstützt wird es nach Angaben der BKK von der Felix Burda Stiftung und dem Bundesverband der Gastroenterologen und den Kassenärztlichen Vereinigungen. © ER/aerzteblatt.de

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