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World Health Summit: 80 Prozent der Opioide weltweit werden in den USA verbraucht

Dienstag, 22. Oktober 2013

Berlin – Im Durchschnitt stirbt in den USA alle 19 Minuten ein Mensch durch den Missbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Im vergangenen Jahrzehnt sind 125.000 Menschen die in den Vereinigten Staaten durch verschreibungspflichtige Medikamente ums Leben gekommen, alleine im Jahr 2008 waren es 15.000. Das waren mehr als durch Heroin und Kokain zusammen.

Darauf wies Caleb Alexander von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore, auf dem World Health Summit in Berlin hin. Zwar hätten Medikamente wie Opioide und Benzodiazepine einen außerordentlichen Wert für Schmerzpatienten, doch die Zahl der Missbrauchsfälle habe in den USA epidemische Züge angenommen. Es sterben mehr Menschen durch Medikamente als durch Verkehrsunfälle.

Der Verbrauch von Opioiden sei insbesondere in den USA besorgniserregend. „80 Prozent aller Opioide weltweit werden in den Vereinigten Staaten verbraucht, während die US-Bevölkerung gerade einmal 4,6 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht“, so Alexander.

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Die Abhängigkeit von Opioiden sei, nach der Alkohol- und Cannabis­abhängigkeit, der dritthäufigste Grund für die Teilnahme an Entzugsprogrammen. Bemerkenswert sei zudem, dass Frauen, anders als bei anderen Suchtstoffen, fast genauso häufig zu den Substanzen griffen wie Männer, so Alexander.

Für die Bekämpfung dieser Epidemie sei es wichtig, dass schwächere Opioide auf den Markt gebracht würden, und Ärzte ihre Patienten dazu anhielten, geringere Dosen der Substanzen zu sich zu nehmen, sagte Nicholas Clark von der World Health Organization (WHO). Um das Problem in den Griff zu bekommen, hätten US-Staaten mittlerweile Monitoringprogramme auf den Weg gebracht und Beipackzettel mit abschreckenden Warnungen.

Ganz entscheidend für die Prävention von Todesfällen durch Opioidüberdosierungen seien Naloxon-Distributionsprogramme, erklärte Jodi Segal von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health. Naloxon ist ein Opioid-Antagonist, der die Wirkung von Opioiden ganz oder teilweise aufhebt. Landesweit, mit Ausnahme des Staates Missouri, seien derartige Distributionsprogramme entweder bereits umgesetzt oder in Planung. © Ol/aerzteblatt.de

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