Ausland

Beihilfe zum Suizid: Niederländer frei gesprochen

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Den Haag – Ein niederländisches Gericht hat gestern einem 77-Jährigen eine Haftstrafe erspart, weil er bei der Beihilfe zur Selbsttötung seiner 99-jährigen Mutter „aus Liebe“ gehandelt habe. Zwar erklärte das Gericht der Stadt Zutphen Albert Heringa der „Beihilfe zum Suizid“ für schuldig. Auf das Delikt stehen in den Niederlanden bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldbuße von 18.500 Euro. Aber angesichts der Tatsache, dass er „aus Liebe für seine Mutter gehandelt hat, wird er nicht bestraft“, urteilte das Gericht.  

Der Fall sorgte 2010 in den Niederlanden durch eine Fernsehdokumentation für Aufsehen. In dem Film wird die Todesszene gezeigt: Die Mutter sagt ihrer Enkelin: „Mein Leben ist vollendet.“ Dann schluckt sie einen tödlichen Pillen-Cocktail, den ihr ihr Sohn besorgt hatte.  

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Die Niederlande und Belgien waren die ersten Länder, die Sterbehilfe vor mehr als einem Jahrzehnt erlaubten. Allerdings müssen strikte Voraussetzungen erfüllt sein. Zu den wichtigsten gehören, dass der Patient voll zurechnungsfähig ist und dass zwei Ärzte die Unheilbarkeit der Krankheit bestätigen. Beihilfe zum Suizid ist in den Niederlanden nur Ärzten erlaubt, nicht aber Angehörigen. © afp/aerzteblatt.de

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