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Ausland

WHO: Rückschläge beim Kampf gegen Tuberkulose

Mittwoch, 23. Oktober 2013

London – Gegen herkömmliche Medikamente resistente Erreger drohen den Kampf um die Auslöschung der Tuberkulose zu verzögern. Auch drei Millionen Kranke, die durch das Raster der Gesundheitssysteme fallen, seien ein Rückschlag, sagte Mario Raviglione von der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) heute in London bei der Vorstellung eines neuen Berichts.

Weltweit sterben demnach immer weniger Menschen an der von Bakterien verursachten Tuberkulose. „Qualitativ hochwertige Tuberkulose-Behandlung für Millionen hat die Zahlen nach unten gedrückt“, sagte Raviglione. 2012 erkrankten weltweit 8,6 Millionen Menschen an Tuberkulose, 1,3 Millionen starben. Das sind jeweils 100 000 weniger als im Jahr zuvor.

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Es gehe jetzt vor allem darum, die drei Millionen Menschen zu erreichen, die an der Erkrankung litten, aber durch das Raster der Gesundheitssysteme fielen, sagte Raviglione, WHO-Direktor für das weltweite Tuberkulose-Programm. „Bei weitem zu viele Menschen werden von den Behandlungen nicht erfasst. Sie werden nicht diagnostiziert, nicht behandelt oder sie können mit den Informationen, die sie bekommen, nichts anfangen.“

Außerdem gelte es, multiresistente Tuberkulose-Erreger (MDR-TB) zu bekämpfen. Allein im vergangenen Jahr seien 450 000 Menschen an einer Tuberkulose-Form erkrankt, bei der herkömmliche Behandlungsmethoden nicht wirken. Betroffen seien vor allem China, Indien und Russland.

„Wir haben Patienten, bei denen die Erkrankung diagnostiziert ist, aber die Versorgung mit Medikamenten ist nicht ausreichend und es steht nicht genügend ausgebildetes Personal zur Verfügung“, sagte der Italiener.

Aus Sicht von Ärzte ohne Grenzen sind vor allem zwei Dinge wichtig, um diese Katas­trophe in den Griff zu bekommen. „Zum einen müssen dringend neue, bessere Behandlungsmöglichkeiten entwickelt werden. Die Behandlung von multiresistenter TB muss vereinfacht, verkürzt und für die Patienten erträglicher werden. Dafür ist mehr Forschung und Entwicklung notwendig“, sagte Philipp Frisch, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland. Die Hilfsorganisation sieht hier vor allem die reichen Staaten und auch Deutschland in der Pflicht.

Anfang Dezember könne die Bundesregierung schon ein Zeichen setzen und „auf der Wiederauffüllungskonferenz des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria seinen Beitrag zu diesem wichtigsten internationalen Finanzierungs­instrument im Kampf gegen die drei tödlichen Krankheiten auf 400 Millionen Euro jährlich verdoppeln“, forderte Frisch.

 

© afp/EB/aerzteblatt.de

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