NewsMedizinMeta-Analyse: Kaffee gesund für die Leber
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Meta-Analyse: Kaffee gesund für die Leber

Mittwoch, 23. Oktober 2013

dpa

Mailand – Kaffee enthält eine Reihe von bioaktiven Substanzen, die sich in der Summe protektiv auf die Leber auswirken. Eine Meta-Analyse epidemiologischer Studien in Clinical Gastroenterology and Hepatology (2013; 11: 1413–1421) kommt sogar zum Ergebnis, dass Kaffeetrinker seltener an Leberkrebs erkranken.

Das hepatozelluläre Karzinom ist Folge einer langjährigen Schädigung der Leber, für die überwiegend chronische Infektionen mit den Hepatitis B- oder Hepatitis C-Viren oder ein Alkoholabusus verantwortlich ist. Kaffee ist sicher kein Ersatz für eine antivirale Therapie und auch kein Antidot für Ethylalkohol.

Anzeige

Die in den unterschiedlichen Kaffeegetränken enthaltenen Substanzen scheinen jedoch den hepatotoxischen Schaden dieser Noxen begrenzen zu können. Auffallend ist jeden­falls eine weitgehende Übereinstimmung von epidemiologischen Studien, in denen der Kaffeekonsum mit einer verminderten Erkrankungsrate an Leberkrebs assoziiert war.

Das Team um Carlo LaVecchia vom pharmakologischen Forschungsinstitut „Mario Negri“ in Mailand hat jetzt eine frühere Meta-Analyse aus dem Jahr 2007 aktualisiert. Inzwischen gibt es 16 Fall-Kohorten- oder Fall-Kontrollstudien mit 3.153 Erkrankten, die den Einfluss des Heißgetränks auf das Leberkrebsrisiko untersucht haben.

Zusammengefasst errechnet LaVecchia ein relatives Risiko für Kaffeetrinker von 0,60 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,50-0,71), was bedeutet, dass Kaffeetrinker zu 40 Prozent seltener an Leberkrebs erkranken. Das kann in epidemiologischen Studien immer auch andere Ursachen haben, die zufällig mit dem Kaffeekonsum assoziiert sind. Doch die von LaVecchia ermittelte Dosisabhängigkeit, nach der jede Tasse Kaffee am Tag das Risiko auf einen Leberkrebs um 20 Prozent senkt (relatives Risiko 0,80; 0,77-0,84), ist ein Hinweis auf eine kausale Wirkung.

Sammy Saab von der Universität von Kalifornien in Los Angeles nennt im Editorial gleich mehrere Substanzen aus dem mehr als tausend Ingredienzien enthaltenden Kaffee­gebräu, welche leberprotektiv wirken könnten. Dazu gehört Koffein, das über den TGF-beta-Stoffwechselweg einer Leberfibrose entgegenwirken soll, sowie Cafestol und Kahweol gehören, denen antioxidative Wirkungen nachgesagt werden.

Ähnliche Effekte sollen clorogene Säuren erzielen. Ein Beweis für die protektive Wirkung ist diese Auflistung jedoch nicht. Internisten können aufgrund der Ergebnisse ihren Patienten jedoch guten Gewissens zu der einen oder anderen Tasse raten. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

2. Juni 2020
Alexandria –Sorafenib war bislang der Standard für die Erstlinientherapie des fortgeschrittenen hepatozellulären Karzinoms [Leitlinie]. Aber die Immuncheckpoint-Inhibition ist im Kommen, und auch bei
Fortgeschrittenes Leberzellkarzinom: Neuer Kinase-Hemmstoff ist Sorafenib überlegen
17. Januar 2020
Bristol – Jeder 5. Teilnehmer der britischen „Children of the 90s“-Studie hatte im Alter von Mitte 20 bereits eine Fettleber. Bei einem von 40 wurde laut der Publikation in Lancet Gastroenterology
Adipositas: Jeder 5. junge Erwachsene hat bereits eine Fettleber
3. September 2019
Hamburg – Fast jedes fünfte Schulkind nimmt regelmäßig Energydrinks zu sich. Bei den Mädchen und Jungen der fünften bis zehnten Klassen, die Energydrinks konsumieren, sind Übergewicht, Schlafstörungen
Jeder fünfte Schüler trinkt regelmäßig Energydrinks
20. August 2019
Stockholm – Mit fettlöslichen Statinen könnte sich bei Patienten mit chronischer Hepatitis B oder C möglicherweise sowohl das Risiko für Leberkrebs als auch die Mortalität senken lassen. Zu diesem
Hepatitis: Fettlösliche Statine mit geringerem Risiko für Leberkrebs und Mortalität assoziiert
3. Juni 2019
Stockton/Kalifornien – Der Konsum von Energydrinks hat in einer randomisierten Studie bei jungen Erwachsenen den Blutdruck erhöht und im EKG das QT-Intervall verlängert. Letzteres könnte laut einem
Energydrinks erhöhen Blutdruck und verlängern QT-Intervall
27. Mai 2019
Berlin – Der übermäßige Konsum von Energy Drinks kann Kindern und Jugendlichen gefährlich werden. Vor allem für das Herzkreislaufsystem erhöhen sich durch das enthaltene Koffein die gesundheitlichen
Übermäßiger Konsum von Energy Drinks gefährlich für Kinder und Jugendliche
19. März 2019
Köln – Patienten mit einem hepatozellulären Karzinom (HCC), die zuvor mit Sorafenib behandelt wurden, könnten von einer Therapie mit Cabozantinib profitieren. Das Institut für Qualität und
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER