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UNICEF fordert mehr Hilfe für benachteiligte Kinder in Deutschland

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Berlin – Benachteiligte Kinder und Jugendliche in Deutschland laufen laut einer UNICEF-Studie Gefahr, gesellschaftlich zunehmend abgehängt zu werden. Zwischen 2000 und 2010 machten 8,6 Prozent der Kinder hierzulande langjährige Armutserfahrungen, wie aus einem heute in Berlin vorgestellten Bericht des UN-Kinderhilfswerks hervorgeht. Die meisten dieser Kinder lebten sieben bis elf Jahre lang in einem Haushalt, der mit weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens auskommen musste. Von der neuen Bundesregierung forderte UNICEF verstärkte Anstrengungen, um die Teilhabechancen benachteiligter Jugendlicher zu verbessern.  

„Wir müssen die am stärksten benachteiligten Kinder frühzeitiger und umfassender unterstützen“, mahnte der Berliner Sozialwissenschaftler und Herausgeber des aktuellen UNICEF-Berichts zur Lage von Kindern in Deutschland, Hans Bertram. „Der Ausbau von Krippen, Kitas und Ganztagsschulen allein reicht nicht aus, um das Wohlbefinden und die Teilhabe dieser Kinder zu sichern.“  

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Der Studie zufolge haben Armutserfahrungen starke negative Auswirkungen auf Kinder, wenn sie mindestens ein Drittel der Kindheit andauern. Wer als Kind dauerhaft unterhalb der Armutsgrenze leben müsse, sei als Erwachsener deutlich unzufriedener mit seinem Leben - „gelernte Hoffnungslosigkeit“ mache es schwer, Herausforderungen im weiteren Leben zu meistern.  

Im internationalen Vergleich der Industrienationen schneidet Deutschland laut UNICEF beim Wohlbefinden von Kindern im oberen Drittel ab. So gebe es Fortschritte bei Bildung und Gesundheit. Auch die materielle Situation der deutschen Mädchen und Jungen sei mit Platz elf unter 29 Ländern vergleichsweise gut. Allerdings berge der Blick auf Durchschnittswerte die Gefahr, die gravierenden Probleme eines Teils der Kinder zu übersehen, warnte das Kinderhilfswerk.  

Von der Politik forderte UNICEF ein Bündel von Maßnahmen zur Stärkung benachteiligter Kinder und Jugendlicher. So solle die neue Bundesregierung in einer gemeinsamen Kraftanstrengung mit Ländern und Kommunen konkrete Ziele zur Überwindung der Kinderarmut entwickeln. Alle in Deutschland lebenden Kinder sollten nach Auffassung von UNICEF zudem einen eigenen Rechtsanspruch auf eine Grundsicherung erhalten.  

Das Kinderhilfswerk verwies zugleich darauf, dass benachteiligte Kinder zielgenaue und frühzeitige Förderung sowie gut ausgebildete Lehrkräfte benötigten. Auch sollten die Rechte der Kinder ausdrücklich im Grundgesetz verankert werden. Darüber hinaus solle ein Beauftragter für Kinderrechte auf Bundesebene ernannt werden. © afp/aerzteblatt.de

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