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Medizin

Globaler Anstieg der Schlaganfälle bei jüngeren Menschen

Donnerstag, 24. Oktober 2013

dpa

Auckland – Während in den reicheren Ländern des Westens Schlaganfälle seltener werden, geht der Trend in ärmeren Ländern deutlich nach oben. Eine neue Analyse der Global Burden of Disease Study 2010 (GBD 2010) zeigt zudem, dass immer häufiger jüngere Menschen einen Schlaganfall erleiden.

Die von der Weltbank in Auftrag gegebene GBD 2010 ist der größte bisher unter­nommene Versuch, Inzidenz und Prävalenz von häufigen Erkrankungen global zu erfassen. Die Ergebnisse wurden im Dezember 2012 veröffentlicht. Jetzt folgen zwei Analysen, die sich speziell mit dem Schlaganfall beschäftigen. Im Lancet (2013; doi: 10.1016/S0140-6736(13)61953-4) macht Valery Feigin, Leiter des National Institute for Stroke and Applied Neurosciences an der Auckland University of Technology, die Beobachtung, dass die Patienten immer jünger werden.

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War der Schlaganfall früher in der Regel eine Erkrankung des hohen Alters, hat seit 1990 die Zahl der Schlaganfälle bei Menschen zwischen 20 und 64 Jahren deutlich um 25 Prozent zugenommen. Auf die Altersgruppen entfallen heute bereits 31 Prozent aller Schlaganfälle. Schätzungsweise 83.000 Menschen erleiden sogar vor dem 20. Lebens­jahr einen Schlaganfall. Das sind 0,5 Prozent aller Schlaganfälle.

Die meisten Schlaganfälle sind Folge einer akuten Ischämie, ausgelöst durch eine arterielle Thrombose auf dem Boden einer Atherosklerose. Die Behinderungen für den Patienten sind häufig begrenzt. Anders ist dies bei Schlaganfällen, die durch eine Massenblutung im Gehirn verursacht werden.

Diese hämorrhagischen Insulte sind zwar weniger als halb so häufig wie die ischä­mischen Insulte, auf sie entfallen jedoch fast zwei Drittel (61,5 Prozent) aller Behinderungen und mehr als die Hälfte (51,7 Prozent) aller Todesfälle, wie Feigin in Lancet Global Health (2013; doi: 10.1016/S2214-109X(13)70089-5) vorrechnet. Patienten mit hämorrhagischem Insult sind meistens jünger als Patienten mit ischä­mischem Apoplex und ihre Inzidenz steigt vor allem in den Ländern mit mittlerem oder niedrigem Einkommen (LMIC).

In diesen Ländern ist die Zahl aller Schlaganfalltodesfälle seit 1990 um 42 Prozent gestiegen, die Zahl der Behinderungen nahm um 46 Prozent zu. Feigin führt dies vor allem auf Risikofaktoren wie ungesunde Ernährung, Hypertonie, Adipositas, Bewegungs­mangel und Rauchen zurück, die in den westlichen Ländern offenbar von der Bevölkerung häufiger vermieden oder besser therapiert werden. Hier ist laut Feigin altersbereinigt die Inzidenz von Schlaganfällen um 12 Prozent gesunken. Es gab 37 Prozent weniger vorzeitige Todesfälle und 36 Prozent weniger Behinderungen als 1990. © rme/aerzteblatt.de

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