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Ärzteschaft

Kammer Hessen fordert besseren Schutz für psychisch kranke Arbeitnehmer

Freitag, 25. Oktober 2013

Frankfurt /M. – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen (LÄKH) hat davor gewarnt, Arbeit­nehmer mit psychischen Erkrankungen unter Druck zu setzen. Diese müssen nach Ansicht der Kasse nicht schnell wieder „funktionieren“. Die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen steigen laut LÄKH seit Jahren kontinuierlich an.

„Der wachsende Krankenstand darf keinesfalls dazu führen, dass sich psychisch kranke Arbeitnehmer unter Druck gesetzt fühlen“, warnte LÄK-Präsident Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach. „Da die Betroffenen ihre Situation meist ohnehin als Belastung empfinden, kann sich ihr Zustand durch den Eindruck, möglichst schnell wieder funktionieren zu müssen, noch verschlechtern“, so der Kammerpräsident.

Er verwies darauf, dass der Umgang mit psychischen Erkrankungen in einigen gesellschaftlichen Bereichen noch immer schwierig sei. Betroffene und deren Angehörige fühlten sich häufig subtilen oder offensichtlichen Diskriminierungen ausgesetzt. So führe die Diagnose „Psychische Erkrankung“ auf dem Arbeitsmarkt in der Regel dazu, dass Betroffene nicht verbeamtet oder neu eingestellt würden. Um dieser Problematik zu entgehen, verzichteten viele Patienten auf dringend notwendige Behandlungen, so der Kammerpräsident.

„Eine Gleichstellung und Gleichbehandlung von psychisch Erkrankten in allen Bereichen des öffentlichen Lebens ist unerlässlich“, betonte von Knoblauch zu Hatzbach. Nur dann sei eine Verbesserung der Lebens- und Behandlungssituation der Betroffenen und ihrer Angehörigen möglich. © hil/aerzteblatt.de

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