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Universitätsmedizin Halle erarbeitet eigenes Zukunftskonzept

Montag, 28. Oktober 2013

Köln – Die Universitätsmedizin Halle an der Saale erarbeitet derzeit eigene Vorschläge, wie es mit dem Standort weitergehen soll. Hintergrund sind die drastischen Sparpläne des Landes Sachsen-Anhalt im Hochschulbereich. „Das ist wichtig, weil wir so zeigen, dass wir die Kompetenz haben, den Standort weiterzuentwickeln“, sagt Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Halle-Wittenberg.

Außerdem sollen die Vorschläge dem Votum des Wissenschaftsrates (WR) etwas entgegensetzen. Dieser hatte in einem Gutachten unter anderem empfohlen, die Vorklinik in Halle komplett zu schließen. Das Konzept aus Halle soll Mitte November innerhalb der Fakultät abgestimmt sein, um dann dem Aufsichtsrat und dem Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft vorgelegt werden zu können.

Die Vorschläge beziehen sich unter anderem auf die Profilbildung in der Forschung. „Wir werden nicht breit sein wie ein Pfannkuchen“, kündigt Gekle an. Die Schwerpunkte „Epidemiologie und Pflegeforschung“ sowie „Molekulare Medizin der Signaltransduktion“ sollen weiterentwickelt werden. Letzterer ist ein gemeinsames Projekt mit der naturwissenschaftlichen Fakultät.

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Ein Graduiertenkolleg zur posttranskriptionellen Kontrolle der Genregulation soll weiter Medizin-orientiert ausgebaut werden, im besten Fall zu einem Sonderforschungsbereich. „Dann hätten wir schon einmal einen ersten Pflock eingeschlagen, sodass der Standort im Bereich Forschung eine gewisse Sicherheit hätte“, meint Gekle. „Ein Sorgenkind ist noch die ausreichende Einbindung von  Kliniken“, ergänzt er.

Die Universitätsmedizin Halle will in einem zweiten Teil ihres Konzepts auch konkrete Vorschläge zur Zukunft einzelner Einrichtungen machen. „Wenn man eine solche Profilbildung macht, gibt es einen gewissen strukturellen Anpassungsbedarf“, erläutert Gekle. Derzeit werden alle Einrichtungen überprüft: Wie tragen sie zur Profilbildung bei? Sind Sie für die Lehre erforderlich? Wie sieht es mit der Wirtschaftlichkeit aus? „Da zeichnet sich schon was ab“, sagt Gekle. Konkretes dazu wollte er aber nicht sagen.

Die Universitätsmedizin in Halle befindet sich seit Monaten im Schwebezustand. Die Proteste gegen eine drohende Schließung waren groß. „Die Ungewissheit beschäftigt uns sehr“, sagt Gekle. Ein Beispiel dafür sind Berufungsverfahren. „Da verhalten sich manche Bewerber zurückhaltend“, berichtet der Dekan. 

Verfahren hätten sich verzögert, weil man zunächst auf den Bericht des WR, dann auf eine Entscheidung der Politik gewartet habe. Einige Nachbesetzungen seien nun trotzdem gelungen. „Aber es würde sicher besser funktionieren, wenn die politische Lage klarer wäre“.

Gekle appellierte an die Politik, sich zum Standort Halle zu bekennen. „Die Entscheidung muss jetzt gefällt werden und dann brauchen wir Vertrauen über zehn Jahre“. © BH/aerzteblatt.de

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