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Politik

2015 fehlen 175.000 Ärzte und Pflegekräfte

Montag, 28. Oktober 2013

dpa

Berlin – Zusammen rund 175.000 Ärzte und Pflegekräfte fehlen schon 2015 in Deutschland. Das erwartet die Unternehmensberatung Roland Berger. „Kliniken und Krankenhäuser sollten sich auf diesen Trend schnell einstellen – sowohl mit dem passenden Leistungsangebot als auch mit entsprechenden Personalstrukturen, die die Ärzte administrativ entlasten“, rät Zun-Gon Kim, Partner von Roland Berger Strategy Consultants bei der Veröffentlichung der neuen Studie „Fachkräftemangel im Gesundheitswesen“.

Ein wichtiger Grund für den Fachkräftemangel ist laut den Personalberatern, dass Medizin- und Pflegeberufe wegen des bürokratischen Aufwands und der Überstunden immer unattraktiver würden. Die Unternehmensberatung schlägt daher sogenannte Patientenkoordinatoren vor: Sie sollten die administrativen Tätigkeiten in Kranken­häusern übernehmen und sich um die gesamten Prozesse rund um die Patienten kümmern – von der Aufnahme über die Diagnostik und die Operationsplanung bis hin zur Patientenentlassung.

Krankenhauspatienten bekämen so eine Rundumbetreuung aus einer Hand, das medizi­nische und das Pflegepersonal würde entlastet. „Werden Ärzte und Pflegepersonal vom bürokratischen Aufwand und dem hohen Überstundenpensum befreit, werden diese Berufe für Medizinabsolventen wieder attraktiver“, erklärte die Unternehmensberatung. Nur so lasse sich das Problem des Fachkräftemangels in deutschen Krankenhäusern an den Wurzeln packen.

Roland Berger weist außerdem darauf hin, dass Präventionsprogramme künftig eine immer wichtigere Rolle spielen würden: „Anbieter im Gesundheitswesen sollten ihre Leistungen überdenken, um den Anschluss an den Markt nicht zu verpassen“, empfiehlt Roland Berger-Experte Kim. Zum Beispiel würden personalisierte Therapieangebote sowie Präventionsprogramme in Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern an Bedeutung gewinnen.

Auch neue Technologien werden im Gesundheitswesen laut der Studie eine immer wichtigere Rolle spielen – für eine bessere Versorgung der Patienten zu Hause sowie in Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen. Entsprechend erwarten die Roland Berger-Experten, dass sich der Markt für Gesundheitswesen in den kommenden Jahren stark weiterentwickeln wird: Der erste Gesundheitsmarkt (klassische Gesundheitsversorgung) soll laut der Studie bis 2030 um rund drei Prozent jährlich wachsen, der sogenannte zweite Gesundheitsmark (privat finanzierte Produkte, Dienstleistungen und Gesundheitskonzepte) um sechs Prozent. © hil/aerzteblatt.de

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