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Medizin

Agile Senioren leben länger

Dienstag, 29. Oktober 2013

dpa

Stockholm – Es muss nicht unbedingt das Fitness-Studio sein. Im Alter kann auch spontane körperliche Aktivität, etwa ein Hobby oder leichte Gartenarbeit helfen, eine diabetische Stoffwechsellage zu vermeiden, wie eine Studie aus Schweden im British Journal of Sports Medicine (2013; doi: 10.1136/bjsports-2012-092038) zeigt.

Als spontane körperliche Aktivität (NEAT, non-exercise physical activity) werden alle Tätigkeiten bezeichnet, die nicht lebensnotwendig sind, aber den Grundenergieumsatz steigern. Dazu gehören das Kochen und andere Tätigkeiten des täglichen Lebens, insbesondere aber Neigungen und Hobbys unterhalb der Schwelle zur sportlichen Aktivität, also beispielsweise Reparaturarbeiten am Haus, das Basteln am Auto, das Sammeln von Beeren im Wald oder aber die Pflege des eigenen Gartens.

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Bei älteren Menschen, die keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen, bestimmt NEAT wesentlich den Energieverbrauch. Das Team um Elin Ekbmlom Bak von der Sporthoch­schule GIH (Gymnastik-och idrottshögskolan) in Schweden hat jetzt in einer Studie untersucht, welchen Einfluss das NEAT-Level bei älteren Menschen auf den Stoffwechsel und die Lebenserwartung hat.

Grundlage war die Untersuchung von 4.232 Bewohnern im Alter über 60 Jahre. Die Senioren hatten in einem Fragebogen ihren Tagesablauf detailliert beschrieben. Die Sportmediziner ermittelten daraus das NEAT-Level, das sie zunächst mit dem aktuellen Gesundheitszustand verglichen.

Ergebnis: Körperlich agile Senioren hatten einen eher geringen Bauchumfang, und ihre Cholesterin- und Triglyzeridwerte waren besser als bei den Senioren mit geringer spontaner körperlicher Aktivität. Ein hoher NEAT-Level war auch mit niedrigeren Blutzucker- und Insulinwerten verbunden, während bei den inaktiven Senioren häufiger ein metabolisches Syndrom vorlag.

Das metabolische Syndrom, die Kombination aus abdominaler Adipositas, Hypertonie, Dyslipidämie und Insulinresistenz, ist ein bekannter Risikofaktor für Typ 2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und Bak kann tatsächlich zeigen, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Nachbeobachtungszeit von 12,5 Jahren bei Senioren mit niedrigem NEAT häufiger auftraten.

Senioren mit einem hohen NEAT-Level erkrankten den Berechnungen Baks zufolge zu 27 Prozent seltener an Herzinfarkt oder Schlaganfall (Hazard Ratio HR 0,73; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,57-0,94) und die Gesamtsterblichkeit war um 30 Prozent niedriger (HR 0,70; 0,53-0,98).

Die Assoziation ist aus diabetologischer Sicht plausibel und Ärzte sollten deshalb ihre älteren Patienten ermutigen, Hobbys nachzugehen. Mit letzter Sicherheit beweisen kann die Studie eine Kausalität nicht. Es besteht die Möglichkeit, dass die Senioren in der Studie noch in Haus und Garten aktiv waren, weil ihr Körperzustand dies erlaubt, während multimorbide Senioren hierzu bereits zu schwach waren. © rme/aerzteblatt.de

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