NewsVermischtesMehrheit der Deutschen fühlt sich gestresst
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Mehrheit der Deutschen fühlt sich gestresst

Mittwoch, 30. Oktober 2013

dpa

Berlin – Job, Familie, Kinder, finanzielle Sorgen: Fast sechs von zehn Deutschen empfinden ihr Leben als stressig. Jeder Fünfte steht sogar unter Dauerdruck, wie eine am Mittwoch in Berlin veröffentlichte Umfrage der Techniker Krankenkassen (TK) zeigt. Besonders gestresst fühlen sich demnach Frauen, aber auch die sogenannte Sandwichgeneration zwischen Mitte 30 und Mitte 40. Sie befinden sich im Spagat zwischen Kind, Karriere und  Hausbau sowie den eigenen Eltern, die auch immer mehr Hilfe brauchen.   

Unter den 35- bis 45-Jährigen empfinden laut der Umfrage acht von zehn Menschen ihr Leben als stressig, jeder Dritte steht sogar unter Dauerdruck. Diese Generation hat daher auch ein besonders hohes Risiko für psychische Erkrankungen wie Burnout.    

Anzeige

Dabei sind Kinder keineswegs der größte Stressfaktor. Vielmehr ist es der Job, der überdurchschnittlich viele Eltern belastet (61 Prozent), gefolgt von familiären Konflikten (47 Prozent). Erst dann kommt die Kindererziehung (46 Prozent). Hinzu kommen oft auch finanzielle Sorgen (40 Prozent). Nicht zuletzt haben fast vier von zehn arbeitenden Eltern Probleme bei der Vereinbarkeit von Job und Familie.    

Frauen deutlich mehr betroffen als Männer

Die Studie zeigt weiterhin, dass Frauen deutlich stärker unter Druck stehen als Männer. Während sich fast zwei Drittel der Frauen (63 Prozent) gestresst fühlen, ist dies bei den Männern „nur“ jeder zweite (52 Prozent). Zum Job kommt bei Frauen oft noch der familiäre Druck durch Haushalt und Kindererziehung hinzu, der nach wie vor stärker auf ihnen lastet. Allerdings räumt jede zweite Frau auch ein, dass sie sich durch ihre hohen Ansprüche an sich selbst zusätzlich unter Druck setzt.  

In der Folge fühlen sich Frauen deshalb auch häufiger als Männer ausgebrannt und leiden unter Burnout. So begeben sich laut Umfrage Frauen zwischen 26 und 50 Jahren doppelt so häufig in eine Psychotherapie als Männer.    

Einmal mehr bestätigt die Studie, dass die Arbeit der Stressfaktor Nummer eins ist. Sieben von zehn Berufstätigen sind gestresst. Fast ebenso viele sagen, dass ihr Leben in den vergangenen drei Jahren sogar stressiger geworden ist.  

Stress kann positiv wirken
Allerdings wirkt sich Stress nicht immer negativ aus: Jeder zweite Berufstätige fühlt sich durch Stress erst richtig angespornt und zur Kreativität beflügelt. Wer seine Arbeit hingegen als reinen Broterwerb sieht, leidet eher unter gesundheitlichen Problemen. Das Risiko für seelische Beschwerden wie Burnout oder Depressionen ist bei jenen, die keinen Spaß an der Arbeit haben, doppelt so hoch.  

Letztlich kommt es insgesamt auf die sogenannte Work-Life-Balance an, wie TK-Vorstandschef Jens Baas betont. Ein entsprechender Ausgleich in der Freizeit könne einen anstrengenden Job oder Familienalltag kompensieren. Das Forsa-Institut befragte für die Studie im September insgesamt 1000 Männer und Frauen ab 18 Jahren. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

29. Mai 2019
Singapur – Jeder „ausgebrannte“ Arzt verursacht den Kliniken allein durch verkürzte Arbeitszeiten und Arbeitsplatzwechsel Kosten von durchschnittlich 7.600 US-Dollar pro Arzt und Jahr. Zu diesem
Folgekosten für Krankenhäuser durch Burnout errechnet
16. Mai 2019
Providence/Rhode Island – Der Stress des ersten Berufsjahres, in dem US-Ärzte häufig 65 Wochenstunden oder länger in der Klinik verbringen, hinterlässt offenbar Spuren im Erbgut. In einer
Chromosomen von Ärzten altern im ersten Berufsjahr schneller
7. Mai 2019
Dresden – Die Technische Universität (TU) Dresden will wachsendem Stress bei Studierenden und Beschäftigten vorbeugen und arbeitet deshalb mit der AOK Plus an einem Maßnahmenpaket. Das Studium und die
TU Dresden will psychischen Erkrankungen vorbeugen
3. Mai 2019
Ulm – Chronischer psychosozialer Stress behindert die Knochenheilung nach Frakturen. Mithilfe des Betablockers Propranolol lässt sich diese stressbedingte Knochenheilungsstörung beheben. Das berichtet
Dauerstress behindert die Knochenheilung nach Brüchen
11. April 2019
Stockholm – Ein einmaliges Stressereignis kann Herz und Kreislauf schädigen. Dies zeigen die Ergebnisse einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie aus Schweden im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2019; 365:
Stresserlebnisse ziehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach sich
9. April 2019
Boston – Erhöhter Stress von jungen Müttern kann Spuren im Gehirn der Säuglinge hinterlassen, die in einer Studie in JAMA Pediatrics (2019; doi: 10.1001/jamapediatrics.2019.0492) im
EEG: Mütterlicher Stress toxisch für die Hirnentwicklung des Säuglings
2. April 2019
Berlin – Immer mehr Krankenhausärzte resignierten vor überbordender Bürokratie, ökonomischem Druck und zunehmender Arbeitsverdichtung. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER