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Medizin

Paracetamol in der Schwangerschaft möglicherweise problematisch

Mittwoch, 30. Oktober 2013

dpa

Oslo – Die Langzeiteinnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft könnte nach einer norwegischen Studie Entwicklungsverzögerungen im frühen Kindesalter auslösen. Forscher um Hedvig Nordeng von der Universität Oslo veröffentlichten die Studie im International Journal of Epidemiology (http://dx.doi.org/10.1093/ije/dyt183 ).

Die Einnahme von Schmerzmitteln sollte nach Möglichkeit in der Schwangerschaft vermieden werden. Dennoch gibt es eine Reihe von Medikamenten, welche bei gelegentlicher Einnahme auch für Schwangere geeignet sind. Paracetamol gilt bei kurzfristiger Einnahme als solches. Ob dies auch für eine längerfristige Einnahme gilt, wollten die Wissenschaftler im Rahmen ihrer Studie näher untersuchen.

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2.919 Frauen, eine Untergruppe einer großen norwegischen Mutter- und Kind- Kohortenstudie, wurden von den Wissenschaftler in der 17. und 30. Schwanger­schaftswoche, sowie sechs Monate postpartum zu Medikamenteneinnahme, Infektionen und anderen Gesundheitsfaktoren befragt. Die Forscher untersuchten die Entwicklung der geborenen Kinder im Alter von drei Jahren und verglichen die Ergebnisse mit deren gleichgeschlechtlichen Geschwistern.

Kinder deren Mütter wenigstens 28 Tage  Paracetamol einnahmen zeigten Verzö­gerungen in der sprachlichen und motorischen Entwicklung und waren häufiger verhaltensauffällig und hyperaktiv. Bei Kindern, deren Mütter weniger als 28 Tage Paracetamol einnahmen, zeigten sich ähnliche Entwicklungs- und Verhaltensmuster, wobei der Zusammenhang hier nur schwach ausgeprägt war.

Kinder von Müttern, die während ihrer Schwangerschaft Ibuprofen einnahmen, zeigten keine Auffälligkeiten. Die Wissenschaftler wollten mit diesem Vergleich ausschließen, dass mögliche Grunderkrankungen Auslöser für die Entwicklungsverzögerungen waren.

Gegenwärtig bewerten die Wissenschaftler die gelegentliche Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft als vertretbar. Ob die Einnahme des Medikaments tatsächlich ursächlich für die Entwicklungsverzögerungen war, sei mit dieser epidemiologischen Studie nicht zu beantworten. Die Ergebnisse sind aber laut der Arbeitsgruppe Anlass, einen möglichen Zusammenhang weiter zu untersuchen. © hil/aerzteblatt.de

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