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Studie: Mediziner an Misshandlungen in US-Gefängnissen beteiligt

Montag, 4. November 2013

dpa

Washington – Ärzte und Pfleger haben sich einer Studie zufolge an Misshandlungen von Häftlingen in Gefängnissen des US-Geheimdienstes CIA und des Pentagon beteiligt. Im „Krieg gegen den Terrorismus“ hätten US-Verteidigungsministerium und CIA die Mediziner zu Komplizen bei der Erpressung von Informationen gemacht, heißt es in der am Montag veröffentlichten unabhängigen Studie. Sprecher von CIA und Pentagon warfen den Experten „schwere Ungenauigkeiten“ und „falsche Schlussfolgerungen“ vor. 

An der zweijährigen Studie des University's Institute on Medicine as a Profession and the Open Society Foundation haben 20 Experten aus den Bereichen Medizin, Recht und Militär mitgearbeitet. Sie schreiben, unter dem Druck von Militär und Geheimdienst hätten die Mediziner an der Entwicklung und Anwendung von Foltermethoden sowie an der „grausamen, unmenschlichen und entwürdigenden Behandlung“ von Häftlingen in Guantanamo, Afghanistan und anderen CIA-Geheimgefängnissen teilgenommen und den Opfern „schwere Schmerzen zugefügt“.

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Einer der Autoren, der emeritierte Medizinprofessor Gerald Thomson von der Columbia Universität in New York, warf dem Militär vor, den medizinischen Eid im Namen der nationalen Sicherheit gebrochen zu haben. Obwohl die schlimmsten Verletzungen dem Bericht zufolge vor 2006 stattfanden, entspräche die aktuelle Zwangsernährung von Hungerstreikenden im US-Gefangenenlager in Guantanamo Bay immer noch nicht den ethischen Standards, fügte Thomson hinzu .

Ärzte und Sanitäter hätten durch ihre Präsenz Praktiken wie etwa das Waterboarding oder die Zwangsernährung von hungerstreikenden Guantanamo-Insassen „legitimiert“, indem sie das Vorgehen als medizinisch hinnehmbar bezeichnet hätten, sagte der Medizinrechtler Leonard Rubinstein von der John Hopkins Universität.

CIA-Kommunikationsdirektor Dean Boyd erinnerte daran, dass US-Präsident Barack Obama die CIA-Verhöre und Inhaftierungen bereits 2009 beendet habe.  Pentagon-Sprecher Todd Breasseale erklärte, die Autoren der Studie hätten weder Zugang zu den Gefangenen von Guantanamo noch zu ihren Gesundheitsdossiers gehabt. Er lobte die „große Professionalität“ der Ärzte, diese hätten den Gefangenen die „beste medizinische Versorgung“ zukommen lassen. © afp/aerzteblatt.de

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