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Medizin

Pestizide als Endometrioserisiko

Dienstag, 5. November 2013

Seattle – Zwei inzwischen geächtete Pestizide, die allerdings in der Natur schwer abbau­bar sind und denen die Bevölkerung auch in Zukunft exponiert sein wird, waren in einer Studie in Environmental Health Perspectives (2013; doi: 10.1289/ehp.1306648) mit einer erhöhten Rate von Endometriose-Erkrankungen assoziiert.

Die genaue Ursache der Endometriose, also der atopen Bildung von Uterusschleimhaut außerhalb des Uterus, ist unbekannt. Östrogene gelten jedoch als Risikofaktor. Es wird deshalb schon seit längerem ein Zusammenhang mit der Exposition von Chemikalien vermutet, die eine östrogenähnliche Wirkung haben.

Zu diesen endokrinen Disruptoren gehören Mirex und Beta-HCH. Mirex, das in den 60er- und 70er-Jahren als Insektizid eingesetzt wurde, gehört zum „dreckigen Dutzend“ (dirty dozen) von Chemikalien, deren Verbreitung 2001 verboten wurde. Beta-HCH, ein Nebenprodukt der Lindan-Herstellung, wird ebenfalls seit vielen Jahren nicht mehr eingesetzt.

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Die beiden Chemikalien sind chemisch jedoch sehr stabil, sie werden im Fettgewebe gespeichert und reichern sich deshalb leicht in der Nahrungskette an. Dies erklärt, warum beide Chemikalien in den Jahren 1996 und 2001 auch bei den Teilnehmerinnen der Women’s Risk of Endometriosis (WREN) noch im Blut nachweisbar waren.

Das Team um Kristen Upson vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle hat die Plasmakonzentrationen von Mirex und Beta-HCH bei 248 Frauen mit Endo­metriose und 538 gesunden Kontrollen verglichen. Auch Jahrzehnte nach dem Ende einer breiten Anwendung war die Plasmakonzentrationen mit einem erhöhten Risiko assoziiert.

Die ermittelten Odds Ratios fielen zwar für Fall-Kontrollstudien relativ gering aus. Frauen im obersten Quartil der Mirex-Exposition hatten aber immer noch ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko. Bei Beta-HCH stieg die Erkrankungswahrscheinlichkeit um 30 bis 70 Prozent. Als Fazit bleibt laut Upson festzuhalten, dass in der Natur persistierende Schadstoffe auch nach längerer Zeit noch die Gesundheit beeinflussen können. © rme/aerzteblatt.de

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