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Medizin

Darmflora fördert Kolonkarzinom bei Mäusen

Dienstag, 5. November 2013

Histologische Untersuchung eines gut differenzierten Adenokarzinoms des Colon /wikipedia

Ann Arbor – Die Zusammensetzung der Darmflora könnte das Darmkrebsrisiko beeinflussen. US-Forscher zeigen in mBio (2013; 4: e00692-13), dass der Transfer von Darmbakterien einer an Darmkrebs erkrankten Maus andere Tiere anfällig für den Tumor machte.

Etwa 5 Prozent aller Patienten mit Colitis ulcerosa erkranken an Darmkrebs. Die Ursache ist unbekannt. Patrick Schloss von der Universität von Michigan in Ann Arbor vermutet, dass nicht die chronische Entzündung der Darmschleimhaut, sondern die Veränderung der Darmflora eine Rolle spielen könnte. Sein Team hat dies an Mäusen untersucht, bei denen sie durch Fütterung mit Dextransulfat eine Darmentzündung ausgelöst hatten.

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Nach der intraperioternalen Injektion des Karzinogens Azoxymethan entwickelten die Tiere zahlreiche Darmtumore. Die Zahl der Tumore war deutlich geringer, wenn die Tiere zuvor mit Antibiotika behandelt wurden, die die Zahl der Darmbakterien einschränkte. Weitere Untersuchungen zeigten, dass sich die Darmflora der an Krebs erkrankten Tiere deutlich von der Darmflora gesunder Tiere unterschied.

Die Forscher fütterten deshalb keimfrei aufgewachsene Tiere, die noch keine Darmflora entwickelt hatten, mit den Faeces einer an Darmkrebs erkrankten Maus (was nicht unnatürlich ist, da Mäuse Koprophagen sind). Die Mäuse entwickelten daraufhin doppelt so viele Darmtumore wie Mäuse, die mit den Faeces gesunder Tiere gefüttert wurden.

Die Darmflora der an Krebs erkrankten Mäuse zeichnete sich laut Schloss durch eine erhöhte Anzahl an Bacteroides, Odoribacter und Akkermansia-Genera aus, während die Familien der Prevotellaceae und Porphyromonadaceae vermindert waren. Eine Veränderung der Darmflora, Dysbiose genannt, wird laut Schloss auch bei Menschen mit Colitis ulcerosa oder Darmkrebs beobachtet. Ob die Dysbiose auch beim Menschen einen Einfluss auf das Krebsrisiko hat, ist derzeit unbekannt. © rme/aerzteblatt.de

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