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Medizin

Magenbypass: Exenatid-Test könnte Effektivität voraussagen

Mittwoch, 6. November 2013

München – Die blutzuckersenkende Wirkung des oralen Antidiabetikums Exenatid zeigt bei Ratten an, ob ein Magenbypass einen Typ 2-Diabetes zur Ausheilung bringt. Dies geht aus einer jetzt in Diabetes (2013; doi: 10.2337/db13-0511) veröffentlichten Studie hervor.

Der 2007 in die Therapie des Typ 2-Diabetes eingeführte Wirkstoff Exenatid (Byetta) imitiert die Wirkung des Stoffwechselhormons GLP-1 (Glukagon-like-peptide 1), das in den L-Zellen des Dünndarms gebildet wird. GLP-1 signalisiert dem Pankreas die Ankunft kohlenhydratreicher Nahrung, woraufhin die Beta-Zellen die Produktion des Stoff­wechsel­hormons Insulin steigern.

Nach Anlage eines Roux-en-Y-Magenbypass gelangt der Speisebrei beschleunigt in den Dünndarm, was dort eine stärkere Freisetzung von GLP-1 zur Folge hat. Dies könnte erklären, warum sich der Typ 2-Diabetes von adipösen Patienten nach einer Magen­bypassoperation häufig normalisiert, bevor es zu einer Gewichtsabnahme gekommen ist.

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Die Erfahrung zeigt aber auch, dass sich der Typ 2-Diabetes nicht bei allen Patienten nach der Bypass-Operation bessert. Auch die Gewichtsabnahme kann geringer ausfallen. Die Erklärung vermutet Matthias Tschöp vom Helmholtz Zentrum München in einer unterschiedlichen Empfindlichkeit des Stoffwechsels auf GLP-1.

Zusammen mit Forschern der Universität Cincinnati hat Tschöp die Hypothese an Ratten untersucht, denen vor einer Bypassoperation  Exendin-4 injiziert wurde. Exendin-4, ein Polypeptid aus dem Speichel der nordamerikanischen Gila-Krustenechse, ist mit Exenatid identisch.

Wie die Forscher berichten, variierte die Wirksamkeit von Exendin-4 auf den Zucker­stoffwechel, wobei die Auswirkung der Magenbypassoperation umso stärker war, je empfindlicher die Ratten gegenüber Exendin-4 waren. Somit könnte die Empfindlichkeit gegenüber Exendin-4 und vermutlich auch Exenatid ein wesentlicher Indikator für den Erfolg des Magenbypass sein. Da Exenatid ein zugelassenes Arzneimittel ist, dürfte einer Überprüfung der Hypothese bei adipösen Diabetikern, die Kandidaten für einen Magenbypass sind, nichts im Wege stehen. © rme/aerzteblatt.de

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