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Politik

Koalitions­verhandlungen: KVen sollen Facharzttermine innerhalb von vier Wochen organisieren

Donnerstag, 7. November 2013

dpa

Berlin – Union und SPD wollen die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) dazu verpflichten, Facharzttermine innerhalb von vier Wochen zu organisieren, falls dies einem Patienten selbst nicht möglich war. Gelingt dies den KVen nicht, können Patienten die fachärztliche Leistung im Krankenhaus zulasten der KV-Gesamtvergütung erhalten. Das erklärten die Delegationsleiter beider Parteien, Jens Spahn (CDU) und Karl Lauterbach (SPD), heute im Anschluss an die Sitzung der Arbeitsgruppe Gesundheit in Berlin.

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„Zum Sicherstellungsauftrag der KVen gehört es, dass sie innerhalb von vier Wochen in der Lage sind, einen Facharzttermin zu vermitteln“, kündigte Spahn für die Zukunft an. Damit hätten die KVen die Chance zu zeigen, dass sie die ambulante Versorgung sicherstellen können. Sollten sie die zeitnahe Terminbeschaffung nicht bewältigen, sei es für die Patienten aber wichtig, dass diese in den Kliniken eine entsprechende Versorgung erhielten.

Experten und Populismus

Die Koalitionsverhandlungen werden derzeit in zahlreichen Arbeitsgruppen geführt. Das ist gut so. Wenn Experten für das jeweilige Fachgebiet am Tisch sitzen, sind sie offenbar aber nicht davor gefeit, sich in populistische Lösungen zu flüchten, wie die von Karl Lauterbach (SPD) und Jens Spahn (CDU) geleitete Arbeitsgruppe Gesundheit zeigt.

„Natürlich ist es für die KV eine Herausforderung“, bemerkte Spahn. „Wir wollen den KVen aber etwas zumuten, weil wir ihnen auch etwas zutrauen.“ Wer heute jedoch seinem Sicherstellungsauftrag nicht nachkomme, erhalte durch die neue Regelung „etwas mehr Druck“.

Morgen stehen die Themen Krankenhaus und Pflege auf der Tagesordnung. Über die Hausarztverträge soll in der kommenden Woche verhandelt werden. © fos/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #104037
popert
am Samstag, 9. November 2013, 19:47

OECD: Deutschland hat kürzeste Spezialisten-Wartezeiten

Die -zugegeben nur sehr begrenzt vorhandenen- Daten der OECD zeigen die kürzesten Spezialisten- Wartezeiten in Deutschland: http://dx.doi.org/10.1787/health_glance-2011-59-en
Wenn die politischen Experten das nicht wissen, sind sie keine.
Wenn sie es wissen und nicht sagen sind sie "populistisch" (klingt harmloser als "verlogen")
So oder so - das angestrebte Verfahren der Direktzugänge in die Krankenhäuser wird die Kosten explodieren lassen (Krankenhausärzte behandeln nun mal lieber stationär-das haben sie so gelernt).
Und eine Schlechterstellung der niedergelassenen Spezialisten wird deren Lust auf Basisversorgung weiter minimieren und die meist sinnlose IGeLeien nur fördern. => Wir brauchen eine neue GOÄ mit Besserstellung der Basisversorgung und Abwerteung der Technik! (Der derzeitige Entwurf ist bedauerlicherweise das genaue Gegenteil davon)
Avatar #19708
chrelli
am Freitag, 8. November 2013, 20:02

Einladung

ich lade die beiden "Experten" herzlich in meine fachärztliche Sprechstunde ein. Vielleicht bekommen sie dann wieder Bodenhaftung?
Avatar #104249
Senbuddy
am Freitag, 8. November 2013, 17:22

Experten 2

Ob man jemanden mit einer Ausbildung bei der West LB (wie H.Spahn) ernsthaft als "Banker" bezeichnen kann, lasse ich mal dahin gestellt.

Aber mit einem Politologiestudium in Hagen er ist mir deutlich lieber, als jemand, der trotz eines Harvard-Abschlusses (wie H.Lauterbach) stets die gleichen fehlgeleiteten Ideen bringt: Einheitsvergütungen, Einheitskrankenversicherung, Einheitspflegeversicherung, usw.. Eben alles einheitlich, alles reguliert, alles gleichgemacht...

Hat H. Lauterbach wohl in Amerika seine Abneigung gegen Freiheit und Leistung entwickelt ? Und war er dort ein Außenseiter ? Normalerweise entwickeln Harvard - Studenten nämlich einigen ökonomischen Sachverstand. Aber villeicht hat er in den altehrwürdigen Hörsälen von Harvard auch nur immer hinter der Säule gesessen ? Oder hat er sich wegen des Mobbings der Mitstudenten aus Trotz gegen die "böse Marktwirtschaft" gewandt ?

Man weiß es nicht...
Viele Grüße
S.
Avatar #113280
doc2011
am Freitag, 8. November 2013, 12:00

Experten

Herr Spahn ist Banker.
Damit Experte für Gesundheitsfragen.
Ich laase mich demnächst auch von meinem Gärtner operieren.
Schneiden kann der auch!!
Armes armes großkoalitionäres Deutschland.
Es lebe die Komromissucht!!
PS:
Kollege Schätzler hat völlig recht!
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 8. November 2013, 09:32

Gesunde Krankheitspolitiker und kranke Gesundheitspolitiker?

Das liebe ich so am Bachelor der Fernuniversität Hagen, Jens Spahn, Verhandlungsführer der CDU/CSU-Fraktionen in der AG Gesundheit und an Prof. Dr. Karl Lauterbach von der SPD, Approbation als Arzt immerhin seit 2010: Ihre Vorschläge wirken immer so lebensnah, praktisch und realitätsangemessen.

Selbstverständlich müssen ausschließlich die Patienten und keinesfalls ihr/e Hausarzt/Hausärztin über Ausmaß, Schwere und Konsequenz ihrer Symptomatik selbstbestimmt und autonom entscheiden, um ultimativ Facharzttermine einzufordern und deren Sprechstunden für dringliche Akutpatienten 4 Wochen lang vollständig zu blockieren.

Selbstverständlich drehen die Fach- und Oberärzte in den Klinik-Abteilungen den ganzen Tag Däumchen und wünschen sich nichts sehnlicher, als endlich auch Patienten des psychosomatischen und funktionellen Formenkreises z u s ä t z l i c h zu echten Akutpatienten, Notfällen, Unfällen, Operationen, diagnostischen und therapeutischen Eingriffen, Reanimationen und Intensivtherapie, Psychiatrie, Entbindungen, Schmerztherapie und Palliativmedizin, Bürokratie und Verwaltungsarbeit sehen und untersuchen zu dürfen.

Wenn Sie nicht gerade damit beschäftigt sind, Verbesserung der Qualität von Krankenhausleistungen und insbesondere ihre Transparenz zu evaluieren und kommunizieren. Qualitätsdaten, die Kliniken und Kassen zur Verfügung stehen, sollen Ärzten und Patienten zugänglich gemacht werden. "Das ist ein wesentlicher Schritt weg von der Zwei-Klassen-Medizin", fantasieren unisono Lauterbauch/Spahn und letzterer ergänzte: "Damit wird ein Defizit in der Qualitätstransparenz beseitigt." Und die anteilige Kürzung der GKV-Gesamtvergütung für die Niedergelassenen um die Inanspruchnahme der Kliniker-Fachärzte ist dann wohl Bestandteil einer völlig neuen Finanztranzparenz der privaten Klinikketten und Krankehauskonzerne, die Kollege Lauterbach ja in seiner Aufsichtsratstätigkeit kennengelern hat?

Bevor hier Fieberkrämpfe auftreten, sollte man ernsthaft über die Indikation zur Anwendung fiebersenkender Suppositorien nachdenken...

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

P.S.: Heute Morgen Anruf in der Sprechstunde. Patientin, seit 4 Tagen Diarrhoe mit frustraner, Internet-gesteuerter Loperamid-Bedarfstherapie bekommt sofort einen Akut-Termin. Zu diesem bringt sie ein bereits gefülltes Stuhlproben-Röhrchen zur detaillierten Laboranalyse mit, das sie sich kurzerhand bei einem Nachbarpatienten von mir „ausgeliehen“ hat?
Avatar #113280
doc2011
am Freitag, 8. November 2013, 09:13

Staatsmedizin

Staatsmedizin hoch drei!!!!!!!!!!!!!!
Und das bei den Zeitkontingenten der Kassenärzte!!
Alle werden sich noch nach der FDP sehnen.
Frau Merkel sollte eienen Aufnahmeantrag bei der Linken stellen!!

So macht man Deutschland kaputt!
Avatar #628649
mhakman
am Freitag, 8. November 2013, 06:39

Ist Spahn

nicht ein Banker?
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