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Medizin

Viele männliche Jugendliche sind besorgt um ihre körperliche Erscheinung

Donnerstag, 7. November 2013

Boston – 18 Prozent aller US-amerikanischen männlichen Jugendlichen sind sehr um ihr körperliches Erscheinungsbild besorgt und könnten eine zu wenig beachtete Risikogruppe für Essstörungen und Dysmorphophobie sein. Alison Field und ihre Mitarbeiter am Boston Children's Hospital berichten darüber in JAMA Pediatrics (http://dx.doi.org/10.1001/jamapediatrics.2013.2915).

Die Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert Koch-Instituts mit fast 18.000 Studienteilnehmern fand bei 28,9 Prozent aller Mädchen und 15,2 Prozent aller Jungen bis 17 Jahre Auffälligkeiten im Essverhalten. Die Erhebung konzentrierte sich in erster Linie auf Esstörungen wie die Bulimie, Anorexia nervosa und Binge-Eating.

Die Forscher der JAMA-Studie verweisen jedoch auf die unterschiedlichen männlichen und weiblichen Körperideale. Während Mädchen sich meist an einer möglichst schlanken Erscheinung orientierten, strebten Jungen häufiger nach einem muskulösen und trainierten Körper. Das Streben nach diesem männlichen Körperideal könne jedoch gleichfalls zu einem gefährlichen Essverhalten und Medikamentenmissbrauch führen.

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Forscher der Universität Frankfurt  berichten in diesem Zusammenhang, dass rund ein Viertel aller aktiven Mitglieder in Fitnessstudios missbräuchlich Medikamente zur Leistungssteigerung einnimmt

Zwischen 1999 und 2010 befragten die Wissenschaftler in einem ein- bis dreijährigen Intervall 5.527 männliche Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren zu ihrem Ess- und Gesundheitsverhalten sowie zu ihrer Beschäftigung mit der körperlichen Erscheinung. 9,2 Prozent der Befragten richteten ihre Aufmerksamkeit stark auf ein möglichst muskulöses, 2,5 Prozent auf ein eher schlankes und 6,3 Prozent auf ein muskulöses und schlankes Erscheinungsbild. Insgesamt beschäftigten sich somit 17,9 der Befragten übermäßig mit der eigenen körperlichen Erscheinung.

Jungen, die sich viele Gedanken um ein muskulöses Erscheinungsbild machten, waren anfälliger für Binge-Drinking und Drogenmissbrauch (OR = 2,06 und 2,16), während Jungen, die möglichst schlank sein wollten, häufiger unter einer depressiven Symptomatik litten (OR= 2,72). Rund ein Drittel aller Befragten hatte gelegentlich Heißhungerattacken mit einem kontrollierten oder unkontrollierten Essverhalten.

Die Forscher zeigen mit ihrer Studie, dass die übermäßige Beschäftigung mit dem eigenen Körper unter männlichen Jugendlichen ein weit verbreitetes Problem ist. Da der Medikamentenmissbrauch und ein gestörtes Essverhalten oft weniger auffällig sei, könnte die Problematik von Ärzten häufiger übersehen werden als bei Mädchen berichten die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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