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Politik

Niedersachsen: Zwei Drittel der Kliniken haben Probleme

Donnerstag, 7. November 2013

Hannover – Die Krankenhausgesellschaft in Niedersachsen schlägt Alarm: Zwei Drittel der Kliniken haben massive finanzielle Probleme. „Über die Hälfte haben Verluste“, sagte der Verbandsdirektor der Krankenhausgesellschaft, Helmut Fricke. Grund seien aber nicht Managementfehler der einzelnen Häuser, vielmehr seien die Kosten seit 2005 um 18 Prozent gestiegen. Wirtschaftlichkeitsreserven gebe es nicht mehr.

„Wir befürchten, dass einige Krankenhäuser schließen müssten“, sagte Fricke. Das betreffe zunächst die kleineren Krankenhäuser. Aber auch die Größeren hätten Probleme. „Wir brauchen eine Finanzierung der Krankenhäuser, die auf einer soliden Grundlage steht“, betonte Fricke.

Investionsanteil des Landes zu niedrig
Bei den Krankenkassen sieht man Versäumnisse beim Land. „Es ist in der Tat so, dass das, was vom Land zur Verfügung gestellt wird, nicht den Investitionsbedarf deckt“, sagte Hanno Kummer, Pressesprecher des Verbands der Ersatzkassen in Niedersachsen (vdek). Alle Experten seien sich einig, dass der Investitionsanteil des Landes erhöht werden müsse.

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Allerdings sehen die Kassen das von den Kliniken gezeichnete Bild nicht ganz so schwarz. Die Finanzergebnisse der Krankenhäuser seien in den vergangenen Jahren eher besser geworden, sagte Kummer. Von 2005 bis 2013 seien in Niedersachsen die Zahlungen der Kassen für somatische Behandlungen um 33 Prozent oder 1,3 Milliarden Euro auf mehr als 5,2 Milliarden Euro gestiegen. „Das ist deutlich mehr als das, was die Krankenkassen als Zuwachs bekommen haben“, sagte Kummer. Aus diesem Grund müssten die Kliniken aus Sicht der Kassen also eine „auskömmliche Versorgung“ haben.

Zusammenschlüsse und Kooperationen notwendig
Allerdings gebe es ein „Strukturproblem“ in Niedersachsen. In vielen Regionen gebe es in überschaubarer Entfernung Kliniken mit vergleichbarer Größe und vergleichbaren Angeboten. Es sei nicht bezahlbar, jeden einzelnen Standort zu erhalten. Die Träger müssten sich verstärkt über Zusammenschlüsse von Häusern und Kooperationen Gedanken machen.

In Niedersachsen gibt es derzeit 193 Krankenhäuser mit 90 000 Mitarbeitern. Nach Angaben der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft beträgt die Zahl der dort pro Jahr behandelten Fälle 1,7 Millionen, Tendenz steigend. Der Umsatz im stationären Bereich liege bei fünf Milliarden Euro, wobei eine Bezifferung der Gesamterlöse, also auch der Umsätze zum Beispiel aus dem ambulanten Bereich, schwierig sei. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #105910
pagode60
am Donnerstag, 7. November 2013, 22:02

Ich wundere mich immer wieder

"Zwei Drittel der Kliniken haben massive finanzielle Probleme" - und das nicht nur in Niedersachsen, aus anderen Bundesländern Kommen dieselben Signale. Aber warum machen dann die privaten Klinikbetreiber wie Helios oder Asklepios Gewinne, und das nicht zu knapp. Da muss man nur die Börsenberichte studieren um das festzustellen. Aber was machen die Privaten denn nun anders? "Keine Managementfehler" steht in dem Bericht sondern "zu hohe Kosten". Und warum machen die Privaten trotzdem Gewinne, die haben doch auch gestiegene Kosten?
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