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Medizin

Enoxaparin: Blutungen und Lähmungen nach Lumbalpunktion und neuraxialer Anästhesie

Donnerstag, 7. November 2013

Rockville – Fortgesetzte Meldungen zu spinalen Blutungen nach Gabe von Enoxaparin veranlassen die US-Arzneibehörde FDA zu Empfehlungen über das Vorgehen bei Patienten, bei denen eine Lumbalpunktion oder die Applikation von Medikamenten in die Umgebung des Rückenmarks notwendig ist. Die Warnungen gelten auch für andere niedermolekulare Heparine.

Der Hersteller Sanofi-Aventis hat der FDA 170 Fallberichte (über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten) übermittelt. Bei den Patienten war es unter einer Thromboprophylaxe mit Lovenox (in Deutschland Clexane) zu spinalen oder epiduralen Hämatomen gekommen. Diese standen im Zusammenhang mit einer neuraxialen Anästhesie (spinal oder epidural) oder einer Lumbalpunktion. Einige Patienten hatten Enoxaparin innerhalb von 12 Stunden vor oder nach der spinalen Punktion erhalten, obwohl die Fachinfor­mationen dies verbieten.

Die Angaben waren – zumindest in der deutschen Fachinformation - nicht sehr spezifisch. Die FDA hat deshalb jetzt detailliertere Empfehlungen für Enoxaparin veröffentlicht, die aber auch für andere niedermolekulare Heparine gelten sollen.

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Die Platzierung oder Entfernung eines spinalen Katheters sollte um mindestens 12 Stunden verschoben werden, wenn die Patienten Enoxaparin zur Prophylaxe einer tiefen Venenthrombose erhalten haben. Bei höheren therapeutischen Dosierungen von Enoxaparin ((1 mg/kg zweimal täglich oder 1,5 mg/kg einmal täglich) wird eine Zeitspanne von mindestens 24 Stunden gefordert.

Nach der Entfernung eines spinalen Katheters sollten die Patienten frühestens in 4 Stunden eine nächste Dosis von Enoxaparin erhalten. Die Gabe von Enoxaparin an Patienten mit spinalen Kathetern solle in allen Fällen erst nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Die Patienten sollten über das Risiko informiert werden, damit sie sich bei Verdachts­symtomen wie Taubheitsgefühlen, „Ameisenlaufen“, Beinschwächen oder -lähmungen oder einer Harn- oder Stuhlinkontinenz sofort an ihren Arzt wenden können. © rme/aerzteblatt.de

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