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Politik

Patientencoaching: Chronisch kranke Patienten schulen

Freitag, 8. November 2013

Berlin – Die Schulung chronisch kranker Patienten muss Teil des Versorgungs­managements werden. Das hat der Bundesverband Managed Care (BMC) heute in Berlin gefordert. Ein individuelles Coaching von chronisch Kranken sorge dafür, dass die Patienten aktiv an ihrer Genesung mitwirkten, erklärte Thorsten Pilgrim , Leiter der BMC-Projektgruppe Patientencoaching. Auf diese Weise könnten unnötige Kosten eingespart werden, da geschulte Patienten seltener behandelt werden müssten als ungeschulte Patienten.

Die demografische Entwicklung in Deutschland führe dazu, dass es mehr multimorbide und chronisch kranke Menschen gebe. Das Gesundheitssystem sei jedoch nur eingeschränkt in der Lage, die damit einhergehenden Anforderungen zu erfüllen, erklärte Pilgrim. Minutenmedizin, Polypharmazie und Kranken­haus­auf­enthalte bestimmten meist den Alltag von chronisch Kranken. Es sei wichtig, die Betroffenen zu schulen, wie sie ihr Leben gestalten könnten, um unnötige Kosten zu vermeiden, aber auch um den Betroffenen persönliches Leid zu ersparen.

Nach den Anforderungen des BMC beinhaltet das Patientencoaching die Information, Beratung und Betreuung von Patienten und hilft dabei, deren körperliche und geistige Gesundheit zu  bewahren oder wiederzuerlangen. Es stellt das Bindeglied zwischen der professionellen Medizin und dem Patienten dar. Die Leistungen des Coaches ersetzten jedoch nicht die ärztliche Behandlung, betont der BMC. Vielmehr müsse ein regel­mäßiger Austausch zwischen dem Coach und den behandelnden Ärzten stattfinden. Betreut werden könne der Patient persönlich vor Ort, telefonisch oder per Internet.

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„Es ist wichtig, chronisch kranke Patienten zur Teilnahme am Coaching zu motivieren“, sagte Karsten Neumann, Geschäftsführer des IGES Instituts auf. Er betonte jedoch, dass nicht alle Patienten für ein Coaching in Frage kämen.

„Wenn ich sehe, dass lungenkranke Patienten rauchend vor der Klinik stehen, kann ich sagen, dass diese Menschen für Patientencoaching nicht in Frage kommen“, so Neumann.  Coaching verlange die Veränderung von Gewohnheiten, was für viele Menschen schwierig sei. Deswegen müsse man die Präferenzen, Motivationen und Psychografien der Betroffenen erforschen. © Ol/aerzteblatt.de

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