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Medizin

USA schränken trans-Fettsäuren in Nahrungsmitteln deutlich ein

Samstag, 9. November 2013

dpa

Rockville – Die US-Kontrollbehörde FDA will trans-Fettsäuren weitestgehend aus Lebensmitteln verbannen. Sie erklärte, dass die industriell modifizierten Fette, die häufig in Fastfood aus dem Imbiss und Fertiggerichten für die Mikrowelle enthalten sind, nicht „im allgemeinen als sicher eingestuft“ werden könnten. Dies bedeutet, dass die Hersteller künftig die gesundheitliche Unbedenklichkeit ihrer Waren belegen müssen, was kost­spielig wäre. Es wird deshalb erwartet, dass die Hersteller die von der FDA eingeräumte Einspruchsfrist von 60 Tagen ohne Widerspruch verstreichen lassen und ihre Produkte künftig ohne trans-Fettsäuren anbieten werden.

Trans-Fettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren, bei denen mindestens eine Doppel­bindung von einer cis- in eine trans-Konfiguration überführt wurde, was chemisch leicht möglich ist. Die Aushärtung der pflanzlichen Öle verlängert die Haltbarkeit der Fette, weshalb trans-Fettsäuren in der Vergangenheit vielen Fertiggerichten zugesetzt wurden.

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Die trans-Fettsäuren gerieten ab den 1980er Jahren in die Kritik, als randomisierte Studien zeigten, dass sie den Cholesterinspiegel stärker ansteigen lassen als andere Fette. Später wurden auch negative Auswirkungen auf Entzündungsparameter und Endothelfunktionen diskutiert. In prospektiven Beobachtungsstudien wie der Nurses' Health Study wurde der Verzehr mit einer erhöhten Rate von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Das relative Risiko für den Einzelnen war gering.

Nach einer Übersicht im New England Journal of Medicine steigert ein hoher Verzehr von trans-Fettsäuren das relative Risiko auf ein koronares Ereignis gerade einmal um 23 Prozent (NEJM 2006; 354: 1601-13). Zudem fehlt eine Bestätigung durch randomisierte klinische Studien. Solche Experimente, die in der Ernährungswissenschaft ohnehin selten sind, werden inzwischen als unethisch betrachtet.

Aufgrund der weiten Verbreitung der trans-Fettsäuren und der Häufigkeit der koronaren Herzkrankheit kann sich aus geringen relativen Risiken eine hohe Krankheitslast für die Bevölkerung ergeben, und die FDA schätzt jetzt, dass durch die geplante Reduktion der trans-Fettsäuren in den Nahrungsmitteln pro Jahr nicht weniger als 20.000 Herzinfarkte und 7.000 kardiale Todesfälle verhindert werden könnten.

Die Kritik in der Öffentlichkeit, die die trans-Fettsäuren zunehmend als unnatürlich betrachtet, hat in den letzten Jahren in den USA bereits zu Einschränkungen geführt. Spektakulär war eine Initiative des New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg, der den Restaurants untersagte, trans-Fettsäuren für das Kochen zu verwenden. Andere Städte und schließlich Kalifornien als erster Staat folgten.

Auch außerhalb der USA fasste die Bewegung Fuß. Dänemark war 2003 das erste Land, dass industriell produzierte trans-Fettsäuren vollständig verbot (in kleiner Menge kommen sie auch natürlicherweise vor oder sie entstehen bei der Zubereitung, etwa beim Frittieren mit ungesättigten Pflanzenölen).

Andere Länder, darunter die Schweiz haben die trans-Fettsäuren ebenfalls verboten. In Österreich wurde der Gehalt der Speisen an trans-Fettsäuren gesetzlich festgelegt, während in Deutschland das Wirtschaftsministerium sich im Juni 2012 mit der Industrie auf freiwillige „Leitlinien zur weiteren Minimierung von trans-Fettsäuren in Lebensmitteln“ einigte. © rme/aerzteblatt.de

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