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Medizin

Koronare Herzkrankheit: PET erkennt riskante Plaques

Montag, 11. November 2013

Edinburgh – Ein älteres und damit kostengünstiges Radiopharmakon kann athero­sklerotische Plaques der Koronararterien in der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zuverlässig markieren. Eine Studie im Lancet (2013; doi: 10.1016/S0140-6736(13)61754-7) könnte den Weg zu einer nicht-invasiven Früherkennung der koronaren Herzkrankheit weisen.

Das Radiopharmakon 18F-Natriumfluorid (18F-NaF) gehört zu den ersten Tracern für die PET. Ursprünglich wurde es zur Darstellung von Knochen entwickelt, doch 18F-NaF reichert sich auch in den Gefäßverkalkungen an, beispielsweise in den Koronararterien. Die Auslösung der PET ist mittlerweile so gut, dass sich einzelne koronare Läsionen erkennen lassen. Nikhil Joshi von der Universität Edinburgh hat den klinischen Nutzen von 18F-NaF in einer Reihe von Studien untersucht.

In einer ersten Serie wurden 40 Patienten untersucht, die wenige Tage zuvor einen Herzinfarkt erlitten hatten und bei denen die auslösenden Plaques mittels Koronar­angiographie lokalisiert wurden. Die PET mit 18F-NaF erkannte die Plaques in 37 von 40 Fällen. Fludeoxyglucose (18F-FDG) eignete sich dagegen nicht zur Darstellung der Plaques, da dieses Radiopharmakon teilweise auch vom Herzmuskel aufgenommen wurde. Dadurch verringerte sich das Signal-Rausch-Verhältnis.

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In einer zweiten Kohorte wurden Patienten mit stabiler Angina untersucht. Hier wurden bei 18 von 40 Patienten mittels 18F-NaF-PET Signale an Abschnitten der Koronarien beschrieben, die in einer intrakoronaren Ultraschalluntersuchung Mikroverkalkungen, Nekrosen und andere Zeichen rupturanfälliger Plaques aufwiesen.

Schließlich zeigten ex-vivo Untersuchungen an Operationspräparaten von Karotis-Endarteriektomien, dass 18F-NaF sich bevorzugt an den nekrotischen Abschnitten der Plaques anlagert, in denen es zu einer gesteigerten Kalzifizierung gekommen ist.

Die British Heart Foundation sprach angesichts der Ergebnisse von einem wichtigen Durchbruch, da erstmals eine Methode zur Verfügung stehe, mit der Risiko-Plaques in den Koronarien (oder anderen Arterien) nicht-invasiv identifiziert werden könnten. Im Gegensatz zur Bestimmung des Koronarkalks in der Computertomographie, einer weiteren nicht-invasiven Screening-Methode, könnte die PET mit 18F-NaF gezielt Läsionen markieren, deren Ruptur und damit ein Herzinfarkt bevorstehe. Damit könnte eine Risikogruppe von koronaren Patienten definiert werden, deren Infarkt möglicherweise durch eine Therapie verhindert werden könnte. © rme/aerzteblatt.de

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