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Ausland

Britische Mütter werden mit Gutscheinen zum Stillen ermuntert

Dienstag, 12. November 2013

dpa

London – In Großbritannien sollen Mütter mit Gutscheinen zum Stillen ihrer Neuge­borenen ermuntert werden. Wie die Organisatoren eines Pilotprojekts gestern mitteilten, soll den Teilnehmerinnen ein Gutschein über 120 Pfund (rund 140 Euro) ausgehändigt werden, wenn sie ihr Baby sechs Wochen lang stillen. Der Betrag steigt bei einer Stilldauer von sechs Monaten auf 200 Pfund. Sollte der Test in den sozialschwachen Bezirken Derbyshire und South Yorkshire zufriedenstellend verlaufen, ist an eine Ausweitung des Programms auf das ganze Land gedacht.  

Das Stillen ist in Großbritannien selten geworden, die Rate stillender Mütter fällt in Vierteln mit schlechten Sozialstrukturen besonders niedrig aus. Die Teilnahme an dem Test wird zunächst 130 Frauen aus ärmlichen Gegenden angeboten. Kinderärzte gehen davon aus, dass Babys, die in den ersten Monaten gestillt werden, weniger Verdauungsstörungen und Atemwegserkrankungen haben. Darüber hinaus sinke bei gestillten Kindern die Wahrscheinlichkeit, dass sie später an Diabetes und Adipositas litten, sagte die Ärztin Clare Relton.  

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Großbritannien habe „eine der schlechtesten Sillquoten weltweit“, sagte Relton. Nur ein Drittel aller Kinder werde sechs Monate lang gestillt, obwohl der staatliche Gesundheits­dienst diese Dauer empfehle. „In einigen Gebieten gibt es ganze Generationen von Frauen, die niemanden beim Stillen beobachtet haben“, erläuterte die Ärztin. Das Stillen gehöre nicht mehr „zur kulturellen Norm“.  

Die Hebamme Janet Fyle vom Royal College of Midwives kritisierte das Pilotprojekt. Die Motivation zum Stillen solle nicht „aus einer finanziellen Entschädigung“ erwachsen. Vielmehr müsse eine Mutter dies „im Interesse der Gesundheit und des Wohlbefindens ihres Kindes“ wünschen.

In dem nun gestarteten Versuch erhalten die Teilnehmerinnen die Einkaufs-Gutscheine, wenn sie versichern, ihre Säuglinge zu stillen und wenn dies von den Hebammen bestätigt wird. Eine engmaschige Kontrolle ist nicht vorgesehen. © afp/aerzteblatt.de

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