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Medizin

Adipositas-Chirurgie begünstigt Frühgeburten

Mittwoch, 13. November 2013

dpa

Stockholm – Kinder von Frauen, die sich einer bariatrischen Operation unterzogen haben, werden häufig zu früh oder zu klein geboren. Dies ergab eine bevölkerungs­basierte Kohortenstudie aus Schweden im Britischen Ärzteblatt BMJ (BMJ 2013;347:f6460).

In Schweden hat sich die Zahl der bariatrischen Eingriffe in den letzten Jahren verzehnfacht. Die meisten Patienten sind weiblich und viele befinden sich im fortpflanzungsfähigen Alter. Geburtshelfer betreuen deshalb zunehmend häufig Schwangere mit verkleinertem Magen und verkürztem Darm. Die dadurch verminderte Absorptionskapazität des Darms kann während der Schwangerschaft schnell zu Versorgungsengpässen führen, unter denen der Fötus zu leiden hat.

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Die Folge sind intrauterine Wachstumsstörungen und Frühgeburten, wie Martin Neovius vom Karolinska Institut in Stockholm durch die Analyse von 2.511 Neugeborenen von Müttern nach bariatrischer Operation zeigt: 243 Kinder oder 9,7 Prozent wurden zu früh geboren.

Viele Mütter wiesen ungünstige Faktoren auf wie höheres Alter, niedriger Bildungsstand, Adipositas (trotz bariatrischer Operation), Rauchen, Diabetes oder Hypertonie, die ebenfalls das Risiko auf eine Frühgeburt erhöhen. Neovius bildete deshalb eine Vergleichsgruppe von Müttern mit den gleichen Risiken, die aber nicht operiert worden waren.

Die Frühgeburtenrate lag hier bei 6,1 Prozent, also deutlich niedriger. Neovius ermittelte eine Odds Ratio von 1,7 mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,4 bis 2,0 für die Neugeborenen nach bariatrischer Operation der Mutter. Das Risiko war sowohl für spontane als auch medizinisch induzierte Geburten erhöht.

Ein weiterer Hinweis auf eine prekäre Ernährungssituation im Uterus war der höhere Anteil von Kindern, die bei der Geburt zu klein für ihr Gestationsalter waren (5,2 versus 3,0 Prozent; Odds Ratio 2,0), sowie der geringere Anteil von bei der Geburt zu schweren Kindern (4,2 versus 7,3 Prozent, Odds Ratio 0,6). Neovius rät den Geburtshelfern, Schwangerschaften nach bariatrischen Operationen als Risikoschwangerschaften einzustufen und sich auf Komplikationen gefasst zu machen. © rme/aerzteblatt.de

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