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Medizin

Das Risiko einer katheter­gestützten Aortenklappen­implantation abschätzen

Freitag, 15. November 2013

Berlin – Die Deutsche Stiftung für Herzforschung hat auf ein Verfahren hingewiesen, um das Risiko für eine kathetergestützte Aortenklappenimplantation (TAVI) abzuschätzen, hat die Deutsche Stiftung für Herzforschung hingewiesen.

Eine Arbeitsgruppe um Miriam Puls von der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der Universität Göttingen zieht dazu den Grad der Gebrechlichkeit des Patienten nach dem sogenannten Katz-Index heran. „Gebrechlichkeit ist ein Merkmal, das bei vielen der hochbetagten TAVI- Patienten anzutreffen ist, das aber in den gängigen chirurgischen Risikomodellen keine Berücksichtigung findet“, erläutert Puls ihren Ansatz.

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Die Göttinger Forscher stellten fest, dass viele aus der klassischen Herzchirurgie bekannte Risikofaktoren wie hohes Lebensalter, weibliches Geschlecht, eingeschränkte Auswurfleistung des Herzens, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung oder eine vorausgegangene Herzoperation nicht mit einer erhöhten Sterblichkeit ihrer TAVI-Patienten einhergingen.

Die Arbeitsgruppe beobachtete daher 300 Patienten, die am Herzzentrum Göttingen mittels TAVI behandelt wurden, über durchschnittlich eineinhalb Jahre. Dabei untersuchten die Forscher den Einfluss der Gebrechlichkeit auf das Überleben nach TAVI. Gebrechlichkeit wurde mit Hilfe des Katz-Index definiert, der die Selbstständigkeit einer Person anhand von sechs Aktivitäten des täglichen Lebens beschreibt: Körperpflege, Ankleiden, Toilettengang, Kontinenz, Essen, Transfer zwischen Bett und Sessel.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die gebrechlichen Patienten eine fast dreimal höhere eingriffsbedingte Sterblichkeit aufweisen als die nicht-gebrechlichen (17 Prozent gegenüber 5,8 Prozent an Tag 30 nach TAVI), obwohl eingriffsbedingte Komplikationen in beiden Gruppen etwa gleich häufig auftraten. „Die gebrechlichen Personen hatten infolge einer verminderten Widerstandsfähigkeit des Organismus bei einer Komplikation ein deutlich höheres Risiko, an dieser zu sterben“, erläutert Puls.

Auch wirkte sich Gebrechlichkeit stark auf das Langzeitüberleben von TAVI-Patienten aus: So starben innerhalb des gesamten Beobachtungszeitraumes 55 Prozent der gebrechlichen und 24 Prozent der nicht-gebrechlichen Patienten. Somit ist es bei TAVI-Patienten nicht primär die Summe von Begleiterkrankungen und Lebensalter, sondern vielmehr deren Auswirkungen auf den Allgemeinzustand einer Person, die das Langzeitüberleben bestimmen. „Deshalb sollte der Gebrechlichkeitsstatus eines TAVI-Patienten in Überlegungen zur Risikoabschätzung und zu erwartendem Nutzen des Eingriffs einbezogen werden“, so das Fazit der Forscher. 

Die Deutsche Stiftung für Herzforschung hat die Arbeit mit dem August-Wilhelm-und-Lieselotte-Becht-Forschungspreis ausgezeichnet. © hil/aerzteblatt.de

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