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Medizin

Carba­penem-Resistenzen nehmen europaweit weiter zu

Freitag, 15. November 2013

Klebsiella pneumoniae

Groningen – In Europa steigt die Zahl von nosokomialen Infektionen mit Enterobakterien oder Acinetobacter baumannii, bei denen eine Behandlung mit Carbapenemen erfolglos ist. Dies geht aus einem Report des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) hhttp://www.aerzteblatt.de/cms/default.aspervor, der anlässlich des 6. European Antibiotic Awareness Day (18. November) veröffentlicht wu,

Imipenem, Ertapenem, Meropenem, Doripenem und Tebipenem gehören zu den letzten Reserveantibiotika zur Behandlung von nosokominalen Infektionen. Das Auftreten von Enterobakterien, die diese Antibiotika durch das Enzym Carbapenemase abbauen, wurde deshalb von Infektiologen mit Besorgnis registriert. Bereits in der letzten Umfrage, die das Team um Hajo Grundmann von der Universitätsklinik Groningen im April 2010 durchführte, hatten zahlreiche Labore positive Testergebnisse mitgeteilt.

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Im März diesen Jahres hat Grundmann die Umfrage wiederholt. Ergebnis: In 16 von 30 Ländern ist es in den letzten drei Jahren zu einem Anstieg der positiven Labornachweise gekommen. Zu Griechenland, wo die Carbapenem-resistenten Enterobakterien bereits 2010 endemisch waren (Definition: wiederholtes Auftreten von resistenten Keimen an den meisten Kliniken), sind jetzt Italien und Malta hinzugekommen. In Malta wird die Entwicklung mit der Behandlung von verletzten Flüchtlingen aus Libyen in Verbindung gebracht.

Am weitesten verbreitet sind laut dem Report die Carbapenemase produzierenden Klebsiellen. Der Anteil der Erreger, die das Enzym OXA-48 bilden, steigt jedoch. In Belgien, Frankreich, Malta und Spanien ist OXA-48 bereits die häufigste Carbapene­mase. In Frankreich wird dies mit Reisen und Hospitalisierungen in Nordafrika in Verbindung gebracht. Die in Indien verbreitete New Delhi Metallo-beta-lactamase (NDM), die 2010 in Großbritannien für Aufregung gesorgt hat, ist dagegen auf dem euro­päischen Festland weiter von untergeordneter Bedeutung.

Bei Acinetobacter baumannii könnten Carbapenem-Resistenzen noch häufiger sein als bei Enterobakterien. Genaue Zahlen gibt es laut dem ECDC-Report nicht, da nicht alle Länder eine funktionierende Surveillance haben. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage habe aber ergeben, dass Infektionen mit Acinetobacter baumannii zwar wesentlich seltener sind als E. coli und Klebsiellen (Anteil an den Isolaten 3,6 versus 24,6 Prozent). Die Erreger waren jedoch deutlich häufiger unempfindlich auf Carbapeneme (81,2 versus 9,3 Prozent). © rme/aerzteblatt.de

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