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Notfallmediziner fordern mehr Reanimations­schulungen

Montag, 18. November 2013

dpa

Berlin – Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat mehr Schulungen und eine bessere Aufklärung zum Thema Reanimation gefordert. Der Vereinigung zufolge sterben jedes Jahr in Deutschland rund 70.000 Menschen an einem Herzstillstand, obwohl Wiederbelebungsmaßnahmen durch den Rettungsdienst durchgeführt werden. Das könnten bis zu 10.000 Betroffene weniger sein, wenn sie rechtzeitig Hilfe bekämen, so die DIVI.

„Wir können es nur vermuten: Die meisten Menschen haben wohl zu große Angst davor, eine Reanimation durchzuführen, weil sie glauben, es nicht zu können oder es falsch zu machen“, sagte Bernd Böttiger, Direktor der Klinik für Anästhesiologe und Operative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Köln. „Dabei kann man gar nichts falsch machen, nur Gutes tun und Leben retten.“

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Laut DIVI sind nur 15 bis 18 Prozent der Deutschen bereit, Erste Hilfe zu leisten, wenn jemand in ihrer Gegenwart einen Kreislaufstillstand erleidet. Zum Vergleich: In Holland oder in Skandinavien liegt die Ersthelferrate bei rund 60 Prozent. „Die Menschen helfen vor allem deswegen nicht, weil sie nicht genau wissen, was sie tun sollen“, so der Experte.

Dass es bezüglich Erste Hilfe und Reanimation in Deutschland einen großen Nachholbedarf gibt, hat auch eine aktuelle Studie der Universität Lübeck gezeigt. 90 Prozent der Befragten zwischen 20 und 80 Jahren gaben zwar an, schon mal einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert zu haben – im Durchschnitt lag dieser aber schon mehr als 16 Jahre zurück.

Deshalb ist nach Ansicht der DIVI verstärkte Aufklärungsarbeit nötig. „Auch ohne Ersthelferkenntnisse ist es einfach, ein Leben zu retten“, sagte Böttiger. Die DIVI kündigte an, die Initiative „Ein Leben retten – 100 Pro Animation“ der Stiftung Deutsche Anästhesiologie zu unterstützen, um auch in Deutschland die Zahl der Menschen, die beherzt eingreifen, wenn es nötig ist, zu erhöhen. hil © hil/aerzteblatt.de

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