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Medizin

HIV: Resistente Viren meist von therapie-naiven Patienten übertragen

Montag, 18. November 2013

HI-Viren /CDC

Zürich – Die meisten HI-Viren, die gegenüber antiretroviralen Medikamenten resistent sind, werden von Personen übertragen, die noch gar nicht in Behandlung stehen. Zu diesem Schluss kommt eine „molekular-epidemiologische“ Studie in Clinical Infectious Diseases (2013; doi: 10.1093/cid/cit694).

Die Schweizerische HIV-Kohorte sammelt seit 1988 die Daten von sämtlichen Kliniken, die sich in der Schweiz auf die Behandlung von HIV-Infizierten spezialisiert haben. Erfasst werden auch die Ergebnisse der Resistenzbestimmungen. Sie werden im Verlauf der Therapie durchgeführt, um die am besten geeigneten Medikamente auszuwählen.

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Bisher gingen die meisten Experten davon aus, dass die Resistenzen erst im Verlauf der Therapie entstehen. Dies ist allerdings nicht der Fall. Viele Patienten haben bereits resistente Viren im Blut, wenn sie das erste Mal positiv auf HIV getestet werden, berichten Roger Kouyos und Huldrych Günthard vom Universitätsspital Zürich, die Daten einer Kohorte von 1.674 Männern ausgewertet haben, die Sex mit anderen Männern haben.

In dieser Kohorte waren 140 Männer (8,4 Prozent) mit resistenten Viren infiziert. Einige Männer konnten Kouyos und Günthard sogenannten Clustern mit denselben resistenten Viren zuordnen, und durch die genetische Analyse der Viren konnten die Forscher häufig die Übertragungswege rekonstruieren, also nachweisen, wer sich bei wem angesteckt hat.

Wenn die Analysen der Schweizer Forscher zutreffen, dann traten die Viren in 85 Prozent der Fälle zuerst bei HIV-Infizierten auf, die noch keine antiretroviralen Medikamente erhalten hatten. In der Schweiz und vermutlich auch in anderen Ländern kursieren demnach resistente Viren in den Hochrisikogruppen, die die Behandlung erschweren können. Einige der Viren wiesen sogar Resistenzen gegen Medikamente auf, die heute gar nicht mehr eingesetzt werden.

Für Kouyos und Günthard sind die Ergebnisse ein weiteres Argument dafür, dass die Anstrengungen in der Prävention und der frühen Erkennung von Neuinfektionen verstärkt werden müssen. HIV-Tests sollten von Ärzten häufiger als bisher durchgeführt werden, fordern sie. © rme/aerzteblatt.de

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