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Medizin

Studie: Gewichts­reduktion bessert Vorhofflimmern

Dienstag, 19. November 2013

Schematische Darstellung des EKG bei Vorhofflimmern (oben) im Vergleich zum Sinusrhythmus (unten).
Roter Pfeil: „Flimmern“ der Grundlinie Blauer Pfeil: P-Welle /J.Heuser

Adelaide – Was Medikamente und Elektrokonversion bei Vorhofflimmern oft nicht erreichen, kann manchmal durch eine strikte Diät gefördert werden. Ein strukturiertes Gewichtsmanagement hat in einer randomisierten Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2013; 310: 2050-2060) die Krankheitslast gesenkt und die Symptome gelindert.

Die Adipositas gehört zu den Risikofaktoren des Vorhofflimmerns. Epidemiologischen Studien zufolge steigt das Erkrankungsrisiko mit jedem Punkt auf der BMI-Skala um 4 bis 5 Prozent an. Therapeutische Konsequenzen werden selten gezogen. Die Leitlinien raten den Patienten zwar zur Diät. Eine Gewichtsreduktion zählt jedoch derzeit nicht zu den ernsthaften Behandlungsansätzen. Die Studie von Hany Abed von der Universität Adelaide könnte dies vielleicht ändern.

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Die australischen Kardiologen haben 150 adipöse Patienten mit Vorhofflimmern auf zwei Gruppen randomisiert. In einer Gruppe wurden nur Diättipps ausgegeben. In der anderen wurden die Patienten einem konsequenten Gewichtsmanagement unterzogen. In den ersten acht Wochen wurde die Kalorienmenge auf 800 bis 1.200 Kilokalorien beschränkt. Danach folgte eine Diät mit niedrigem glykämischen Index, und das Sportprogramm wurde auf 45 Minuten dreimal die Woche gesteigert.

Das Ergebnis war nicht nur eine deutliche Gewichtsreduktion. Die Teilnehmer nahmen im Durchschnitt 14,3 kg ab (3,6 kg in der Kontrollgruppe). Gleichzeitig besserten sich die Krankheitslast („symptom burden“) und der Schweregrad des Vorhofflimmerns. Die Patienten klagten über weniger und kürzere Episoden eines Vorhofflimmern. In der Echokardiographie war die Stärke des interventrikulären Septums vermindert und der linke Vorhof verkleinert (beide Unterschiede aber nicht signifikant).

Der Wirkungsmechanismus der Diät ist nicht bekannt. Infrage kommen die Besserung der Insulinsensitivität, eine Reduktion des arteriellen Blutdrucks, eine Besserung der Blutlipidwerte sowie Einschränkungen im Alkoholkonsum. © rme/aerzteblatt.de

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