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Deutschland hat niedrigste Geburtenrate in Europa

Mittwoch, 20. November 2013

dpa

Luxemburg – In keinem anderen Land der Europäischen Union sind im vergangenen Jahr weniger Babys pro Einwohner auf die Welt gekommen als in Deutschland. In der Bundesrepublik erblickten 2012 lediglich 8,4 Kinder pro 1.000 Menschen das Licht der Welt, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat heute in Luxemburg mitteilte. Zu den Schlusslichtern gehören in der Union auch Portugal (8,5) sowie Griechenland und Italien (beide 9).

Spitzenreiter war hingegen Irland mit 15,7 Geburten, gefolgt von Großbritannien (12,8) und Frankreich (12,6). Der EU-Durchschnitt liegt bei 10,4 Kindern. In Deutschland lag die Sterberate mit 10,8 Menschen pro 1.000 Einwohnern im vergangenen Jahr über der Geburtenrate. Dennoch gab es laut Eurostat dank der Zuwanderung einen leichten Bevölkerungszuwachs von 0,24 Prozent auf 80,52 Millionen Menschen.

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Insgesamt lebten Ende des vergangenen Jahres in den 28 EU-Staaten 505,7 Millionen Menschen, das bedeutet ein Plus binnen Jahresfrist von 0,22 Prozent. © dpa/aerzteblatt.de

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Senbuddy
am Montag, 2. Dezember 2013, 16:15

Außer der Fortsetzung der Herdprämie...

...ist den Koalitionären ja nun auch wirklich gar nichts eingefallen. Und die ist ja dann auch noch deutlich schädlich für die Steigerung der Geburtenrate.

Dafür kümmert man sich stattdessen (vor allem in Bayern) um so sinnloses Zeug wie die Maut ! Erst Populismus, dann Bürokratismus und möglichst ohne jede Wirkung: Wie die Possen beim Königlich Bayrischen Amtsgericht (für die, die die Serie noch kennen...).

Themen wie die Geburtenrate, verbesserte Bildungsrichtlinienn und Ausbildungsförderung wurden in den Koalitionsverhandlungen ja nicht mal angesprochen. Es ist wirklich traurig, was der Förderalismus hervorbringt, wenn engstirmige "Landesfürsten" bestimmen dürfen, um was es man verhandelt.

Dabei braucht es dringend bundeseinheitliche Reformen in dieser Richtung. Denn bei der deutschen Kinderpolitik regiert vor allem die Kleinstaaterei. Und es werden entscheidende Fehler gemacht:

a. Stets werden vor allem kleine Kinder gefördert. Das heißt, Eltern bekommen dann viel Geld, wenn die Kinder noch am billigsten sind, und zwar von allen Seiten. Wer aber später ein paar Teenager oder angehende Twens finanziell durch Studium bringen will, muß schon deutlich gut verdienen, um sich nicht selbst auf Studenten- oder Sozialhilfeemfängerniveau hinab-begeben zu müssen. Da haben es Sozialhilfe- und BaföG-Empfänger-Familien meist sogar einfacher.

b. Und vor allem: Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird in Deutschland extrem wenig getan. Z.B. in Frankreich übernimmt der Staat im ganzen Land zwischen 0800 Uhr und 1300 Uhr die Verantwortung, dass alle Kinder in der Schule und sogar im Kindergarten (!) ohne Unterbrechungen, Freistunden, Ausfälle o.ä. versorgt und beaufsichtigt sind. So können beide Elternteile dort wesentlich leichter arbeiten als in Deutschland.

Bei uns kommt so etwas wegen der kleinteiligen Bildungshoheit der Länder natürlich nirgendwo zustande. Oder höchstens mal als "Insellösung".

Wir hatten bei der Schaffung der Bundesrepublik mit dem Grundgesetz eine "Angstverfassung". Man wollte nicht, dass sich ein eventueller neuer Diktator nochmal so einfach die Polizei- und die Bildungshoheit aneignen konnte wie nach 1933. Deswegen verteilte man sie breit und gab man sie den einzelnen Bundesländern. Aber nun sind wir über 60 Jahre weiter und können mit Demokratie umgehen. Nun sollte man mal so langsam mit der Kleinstaaterei aufhören und eine gemeinsame, sinnvolle Bundesbildungspolitk machen.

Kinder und Jugendliche direkt oder indirekt fördern: Da wäre die FDP deutlich besser gewesen als die derzeitigen Kurfürsten und Prinzregenten, sei es vom Rhein oder von den Alpen....

Viele Grüße
S.
LNS

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