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Honorararztwesen: Ein Markt im Umbruch

Freitag, 22. November 2013

Köln – Wegen rechtlicher Unsicherheiten verzichten derzeit viele Kliniken auf den Einsatz „klassischer“ Honorarärzte. Für die Verunsicherung ist in erster Linie die Deutsche Rentenversicherung Bund verantwortlich.

Denn derzeit ergeben die meisten Status­feststellungsverfahren der Behörde, dass bei den Honorarärzten ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis vorliegt. Die Sozialversicherungspflicht wird bejaht und somit eine Scheinselbstständigkeit von Honorarärzten angenommen.

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Langfristige Vertretungen werden den Honorarärzten schon heute kaum noch angeboten. Manche Krankenhäuser drängen auch darauf, dass die Ärzte vor Einsatzbeginn einen Antrag auf Freistellung bei der Deutschen Rentenversicherung stellen. Vor allem aber wird den Honorarärzten zunehmend nahegelegt, eine befristete Anstellung im Krankenhaus für die Dauer der Vertretung einzugehen.

Die honorarärztlichen Vermittlungsagenturen haben inzwischen auf diese Entwicklung reagiert, und ihr Dienstleistungsangebot um das Konzept der Zeitarbeit erweitert. Das Problem der Arbeitnehmerüberlassung ist jedoch, dass sich dadurch der Honorararzteinsatz für das Krankenhaus verteuert. Denn einerseits entstehen bei der Personalvermittlung Lohnnebenkosten, die letztlich der Auftraggeber bezahlen muss, und andererseits ist die ärztliche Heilbehandlung nur bei Freiberuflichkeit von der Umsatzsteuer befreit, nicht aber bei der Arbeitnehmerüberlassung.

Keine Umsatzsteuer fällt hingegen bei der Vermittlung der ärztlichen Dienstleistung über die Genossenschaft „Locumcert eG“ an und über die Aktiengesellschaft CAG – Clinica.Arzt AG. Davon sind zumindest die jeweiligen Initiatoren überzeugt. Bei Lucumcert ist das der Vorsitzende des Bundesverbands der Honorarärzte, Nicolai Schäfer, bei der CAG – Clinica.Arzt AG der frühe Marburger-Bund-Verhandlungsführer in Tarifver­handlungen, Lutz Hammerschlag.

Honorararztwesen in Deutschland: Zeit für pragmatische Lösungen

Wegen rechtlicher Unsicherheiten verzichten viele Kliniken auf den Einsatz „klassischer“ Honorarärzte. Der Markt hat sich auf diese Entwicklung eingestellt. Eigentlich sollte 2013 ein gutes Jahr für die freiberuflich tätigen Honorarärzte werden

Ihr Kalkül: Dadurch, dass die Ärzte selbst über ihren gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb bestimmten, bleibe der Status des selbstständigen Freiberuflers vollständig erhalten, und somit entstehe keine Umsatzsteuerpflicht. Und da die ärztliche Dienstleistung nicht mehr von einem Einzelnen erbracht werde, sondern von einer juristischen Person, entfielen auch die Einzelverträge des Honorararztes mit dem Krankenhaus und somit auch die Statusfeststellungsverfahren der Deutschen Rentenversicherung.

Die natürliche Alternative zum „Arzt auf Zeit“ ist und bleibt aber der fest angestellte Arzt. So könnte man annehmen, dass ein Krankenhaus, das dauerhaft und in großem Ausmaß auf Honorarärzte zurückgreifen muss, für fest angestellte Ärzte einfach nicht attraktiv genug ist. Das Beispiel der knappschaftlichen Krankenhäuser in Bochum, Bottrop, Gelsenkirchen-Buer, Recklinghausen, Marl, Dortmund, Lünen, Püttlingen und Sulzbach zeigt, dass durch eine Steigerung der Arbeitgeberattraktivität die Zahl fest angestellten Ärzte gesteigert werden kann. © JF/aerzteblatt.de

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Avatar #113280
doc2011
am Dienstag, 26. November 2013, 11:05

unfassbare Ignoranz

Während in den Kliniken das Personal auf dem Zahnfleisch läuft , beschäftigen sich die Schreibtischtverwalter damit, ob dies versicherungsrechtlich in Ordnung sei!
Was für eine unfassbare Ignoranz der Realität, aber typisch deutsch!

Vorschriften sind wichtiger als die Versorgung der Patienten.

Armes armes Deutschland, wo gehst du hin!!
LNS

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