NewsPolitikB. Braun reicht Klage gegen Verkauf von Rhön-Kliniken ein
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

B. Braun reicht Klage gegen Verkauf von Rhön-Kliniken ein

Freitag, 22. November 2013

dpa

Melsungen/Bad Neustadt – Der seit Monaten tobende Kampf um die Macht beim Klinikkonzern Rhön geht in eine neue Runde: Der Großaktionär B. Braun Melsungen klagt gegen den Verkauf von 43 Kliniken an die Fresenius-Tochter Helios. „Das Unternehmen verfolgt mit diesem Schritt auch das Ziel, die Wettbewerbsvielfalt im Klinikmarkt zu erhalten”, teilte der hessische Medizintechnikhersteller am Freitag mit. Mit der Erhöhung seines Aktienanteils von 10 auf 14 Prozent schwingt sich Braun zum größten Einzelaktionär vor dem Rhön-Gründer und Aufsichtsratschef Eugen Münch auf.

Aus Sicht von Fresenius hat die Klage keine Aussicht auf Erfolg. Den Großteil der Transaktion wolle der Medizinkonzern weiterhin bis Jahresende abschließen, sagte ein Sprecher am Freitag. B. Braun reichte seine Klage beim Landgericht Schweinfurt ein. Ziel ist es, den Verkauf für nichtig erklären zu lassen oder die Zustimmung der Hauptver­sammlung mit einer Mehrheit von mehr als 90 Prozent zur Bedingung zu machen, wie Rhön mitteilte.

Anzeige

Der fränkische Krankenhausbetreiber geht davon aus, dass die Haupt­ver­samm­lung für den Verkauf nicht zuständig ist. „Der Anteilskaufvertrag mit der Fresenius-Tochter Helios ist rechtmäßig und wirksam”, sagte ein Sprecher. „Die Klage hat keine aufschiebende Wirkung. Die Gesellschaft wird sich gegen diese grundlose Klage verteidigen und geht unverändert von einem erfolgreichen Abschluss der Transaktion aus.” Auch Firmen­gründer Münch wandte sich gegen die Klage. Diese werde keinen Erfolg haben. Die Entscheidung des Bundeskartellamtes über den Verkauf wird Mitte Dezember erwartet.

Seit Sommer vergangenen Jahres tobt der Streit um die Macht bei den Franken. Damals wollte Rhön-Gründer Münch den Konzern komplett an Fresenius verkaufen. Doch Konkurrent Asklepios und der Medizintechnik-Konzern B. Braun, Konkurrent der Fresenius-Sparte Kabi, vereitelten den Milliardendeal. Mitte September kündigte Fresenius dann überraschend an, Rhön nicht komplett zu übernehmen, sondern für rund drei Milliarden Euro einen Großteil von dessen Krankenhäusern zu kaufen.

Weitere Klagen von Braun und Asklepios liegen beim Landgericht Nürnberg-Fürth. Sie richten sich gegen die im Juni von der Rhön-Haupt­ver­samm­lung beschlossene Abschaffung der Sperrminorität von 10 Prozent plus einer Aktie.

Fresenius will die 43 Rhön-Kliniken mit seiner eigenen Krankenhaussparte Helios zusammenführen. Der Umsatz von Rhön schrumpft dadurch auf etwa ein Drittel zusammen. In der Firmenzentrale in Bad Neustadt will das Unternehmen daher 130 bis 150 Verwaltungsjobs abbauen.

„Wir treten jetzt in Verhandlungen ein, wie wir den Stellenabbau fair und sozialverträglich gestalten”, sagte ein Unternehmenssprecher. Nach einem ersten Treffen am Freitag sprach Betriebsratschef Helmut Bühner von „konstruktiven Gesprächen”. Er pochte auf klare Kriterien für den Stellenabbau. Die eigentlichen Verhandlungen sollten am 5. Dezember beginnen. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #673415
Florian123
am Samstag, 23. November 2013, 17:26

B. Braun reicht Klage gegen Verkauf von Rhön-Kliniken ein

Diese Klage ist so absurd und substanziell haltlos und spiegelt den puren Neid gegenüber einer großartigen Leistung zur klinischen Gesundheitsversorgung hier in Deutschland dar. Wenn die Herren von Braun die Kosten dieser nutzlosen Klage den Kindern auf den Philippinen zur Verfügung gestellt hätten, wäre ihnen mein Respekt sicher gewesen.
LNS

Nachrichten zum Thema

6. Juni 2019
Bad Neustadt – Die Rhön-Klinikum AG zeigt sich zufrieden mit dem Jahresauftakt 2019 und bestätigt die Prognose für das Gesamtjahr. „Nach den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres sind wir sehr
Rhön-Klinikum ist zufrieden
3. Mai 2019
Bad Neustadt – Die Inbetriebnahme seines neuen Campus in Bad Neustadt hat dem Krankenhauskonzern Rhön-Klinikum zum Jahresstart einen Gewinnrückgang beschert. Das SDax-Unternehmen verdiente im ersten
Rhön-Klinikum: Anlauf des neuen Campus in Bad Neustadt drückt Gewinn
29. März 2019
Bad Neustadt – Die Rhön Klinikum AG setzt für die kommenden Jahre verstärkt auf die Telemedizin. Diese werde „ein neuer, wichtiger Baustein für die Komplettierung des Campus-Konzepts“ des Klinikums,
Rhön will von Lockerung der Fernbehandlung profitieren
22. Februar 2019
Bad Neustadt – Der Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum hat das Jahr 2018 mit einem kräftigen Ergebnisplus abgeschlossen. Dabei profitierte das SDax-Unternehmen, dem unter anderem das privatisierte
2018 bringt Rhön-Klinikum AG kräftigen Gewinnsprung
10. Januar 2019
Bad Neustadt – Der Krankenhauskonzern Rhön-Klinikum hat eine Absichtserklärung zur Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft mit dem Schweizer Telemedizinanbieter Medgate unterzeichnet. Daran soll Rhön
Rhön-Klinikum-AG steigt in den Telemedizinmarkt ein
3. Januar 2019
Bad Neustadt – Wenige Wochen nach der Eröffnung des neuen Rhön-Klinikum-Campus in Bad Neustadt sind gestern die letzten Patienten der Kreisklinik in Bad Neustadt an der Saale (Landkreis Rhön-Grabfeld)
Umzug aller Kliniken des Rhön-Klinikums abgeschlossen
16. November 2018
Bad Neustadt an der Saale – Die Rhön-Klinikum AG übernimmt den bisher vom Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) gehaltenen Geschäftsanteil von 75,1 Prozent am Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER