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Ausland

Antidepressiva-Verord­nungen steigen

Samstag, 23. November 2013

Paris/Leipzig – In den 33 OECD-Ländern nimmt der Bedarf an Antidepressiva zu. Das hat der OECD- Bericht „Health at Glance 2013" ermittelt. Demnach stieg der Konsum der Psychopharmaka zwischen 2000 und 2011 von 35 auf 56 tägliche Dosen pro 1.000 Einwohner. In Deutschland verdoppelte sich der Konsum in den elf Jahren, liegt aber mit 50 Tagesdosen noch unter dem Durchschnitt.

Die OECD führt den zunehmenden Verbrauch etwa in Großbritannien auf die Auswirkungen der Finanzkrise zurück. Häufig würden Antidepressiva zudem bereits bei milderen Formen von Erkrankungen, etwa Angstzuständen oder Sozialphobien verordnet, die Therapien fielen allgemein intensiver aus. „Diese Ausdehnung hat zur Besorgnis darüber geführt, ob die Verschreibungen angebracht sind“, heißt es in dem Bericht kritisch.

Derartige Vermutungen weist die Stiftung Deutsche Depressionshilfe vehement zurück. Sie wertet die ansteigenden Verordnungszahlen als Indiz für den Abbau diagnostischer und therapeutischer Defizite im Bereich depressiver Erkrankungen. Sowohl die Zunahme der Diagnosehäufigkeit depressiver Erkrankungen als auch die Zunahme der pharmako- und psychotherapeutischen Behandlungen sei ein „sehr erwünschtes Phänomen und weder Ausdruck einer generellen Zunahme der Depressionshäufigkeit in der Allgemeinbevölkerung noch einer Überversorgung“.

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In diesem Zusammenhang verwies die Stiftung auf eine aktuelle Untersuchung. Diese hatte einen direkten Zusammenhang zwischen steigenden  Verschreibungsraten von Antidepressiva und sinkenden Suizidraten ergeben (GUSMAO R et al. 2013, PlosOne 8:6). Demnach gingen die Suizidraten besonders in den europäischen Ländern deutlich zurück, in denen die Verschreibungshäufigkeit von Antidepressiva zunahm.  © hil/dpa/aerzteblatt.de

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