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Medizin

Diabetiker verkennen Herzinsuffizienz oft als Altersschwäche

Montag, 25. November 2013

Berlin – Typ-2-Diabetiker haben im Vergleich zu Nichtdiabetikern ein zwei- bis sechsfach erhöhtes Risiko einer Herzinsuffizienz. Diese entwickelt sich schleichend und äußert sich durch Leistungsabfall, Müdigkeit, Atemnot oder geschwollene Beine. Darauf hat die Deutsche Diabetes-Hilfe (diabetesDE) hingewiesen. Häufig nähmen Betroffene diese Anzeichen aber als altersbedingt hin und suchten keinen Arzt auf.

„Die Prognose Herzinsuffizienz ist vor allem bei Diabetes äußerst ungünstig“, warnte der Kardiologe und Diabetologe Hermann Fischer, Ärztlicher Leiter am Zentrum für Ambulante Rehabilitation Herz und Kreislauf Dresden. 80 Prozent der über 65-Jährigen verstürben innerhalb von drei Jahren nach der Diagnose.

Herzinsuffizienz bei Diabetes Typ 2 früh zu diagnostizieren sei auch deshalb wichtig, weil einige Antidiabetika mit einem hohen Herzinsuffizienz-Risiko verknüpft seien. Zum Beispiel seien Glitazone kontraindiziert und sollten durch andere blutzuckersenkende Medikamente ersetzt werden. Sulfonylharnstoffe sollten wegen des erhöhten kardialen Risikos sowie der Hypoglykämiegefahr nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden. „Bei Metformin muss das Risiko für Komplikationen individuell abgewogen werden“, erklärte Fischer.

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Unklar sei bislang, inwieweit eine ideale Blutzuckereinstellung die Prognose der Herzinsuffizienz verbessert. „Uns fehlen auch Belege, ob Patienten im frühen Erkrankungsstadium von der herkömmlichen Therapie bei Herzinsuffizienz – etwa mit Beta- oder RAAS-Blocker – profitieren“, so Fischer. Neu hingegen sind Studien­ergebnisse, die zeigten, dass sich ein leicht erhöhter Body Mass Index (BMI) bei Herzinsuffizienz positiv auszuwirken scheint.

Trotzdem rät Fischer herzkranken Menschen mit Diabetes Typ 2, auf ihre Ernährung und ihr Körpergewicht zu achten: „Salzkonsum auf drei Gramm pro Tag reduzieren, keine Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe oder aus Konserven, nichts Gepökeltes, dafür viel frisches Obst und Gemüse. Eine zusätzliche Vitaminzufuhr in Form von Tabletten ist nicht notwendig“, so der Experte. © hil/aerzteblatt.de

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