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Chirurgen bauen Netzwerk für klinische Studien aus

Dienstag, 26. November 2013

Berlin – Ob ein neues operatives Verfahren wirksam und sicher ist, müssen kontrollierte klinische Studien belegen. Eine Placebo-Chirurgie etwa, mit Scheinoperationen ähnlich wie in der Medikamentenforschung, ist ethisch jedoch kaum vertretbar. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) hat deshalb mit ihrem Studienzentrum (SDGC) und dem chirurgischen Studiennetzwerk (CHIR-Net) eine Infrastruktur geschaffen, um klinische Studien in der Chirurgie professionell durchführen zu können. Das Netzwerk soll jetzt flächendeckend ausgebaut werden. Ein Schwerpunkt künftiger Studien liegt auf der Implantatforschung und der Sicherheit von Medizinprodukten.

In den vergangenen zehn Jahren sei es der DGCH gelungen, mit ihrem Studienzentrum die Umsetzung klinischer Studien in der Chirurgie bundesweit voranzutreiben, erläuterte Markus Diener, ärztlicher Leiter des SDGC. Seit 2006 gehört das SDGC in Heidelberg neben sieben chirurgischen Regionalzentren und 320 angeschlossenen Kliniken dem chirurgischen Studiennetzwerk CHIR-Net an.

Unterstützt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung entstand daraus eine Infrastruktur, die eine professionelle Durchführung klinischer Studien ermöglicht. So konnten bereits 27 Studien mit 6.300 Patienten durchgeführt werden. Die Partner bilden zudem junge Chirurgen für klinische Studien aus, entwickeln Methoden und beraten bei der Konzeption von Forschungsprojekten.

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Künftig soll das Netzwerk um weitere Standorte wachsen. „Bei der Auswahl und Umsetzung weiterer klinischer Studien werden sämtliche chirurgische Fachdisziplinen berücksichtigt, um die Bandbreite der Fragestellung in der Chirurgie angemessen abzudecken“, sagte Prof. Dr. Joachim Jähne, Präsident der DGCH. Ein weiteres Anliegen sei es, die in die Studien eingebunden Patienten optimal zu betreuen. Dafür soll unter anderem eigens Studienpersonal ausgebildet werden.

Eine besondere Rolle spielt für die DGCH bei den klinischen Studien die Nutzenbewertung von Medizinprodukten wie Einwegspritzen, Implantaten, Kathetern oder Kunstgelenken. Die Sektion Chirurgische Forschung der DGCH hat deshalb im Oktober eine „AG Implantate“ gegründet. Diskutiert werden außerdem neue Register für Medizinprodukte.

Um Patientensicherheit und Versorgungsqualität in der Chirurgie kontinuierlich weiterzuentwickeln, sei der weitere Ausbau einer studiengeeigneten Infrastruktur unverzichtbar, meinte Priv.-Doz. Dr. Jens Neudecker, Sprecher des CHIR-Net. Mittelfristig sollen SDGC und CHIR-Net als deutschlandweit flächendeckendes Netzwerk für klinische Studien erweitert werden. Bereits Anfang 2014 werden neue geeignete Standorte in die Struktur aufgenommen. Interessierte Kliniken können sich an die DGCH wenden: www.dgch.de. /EB

© EB/aerzteblatt.de

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