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Medizin

Wissenschaftler sehen keine Vorteile durch Stents bei Nieren­arterienstenose

Dienstag, 26. November 2013

Providence – Das Stenting von Nierenarterienstenosen scheint das Risiko kardiovas­kulärer und renaler Folgeerkrankungen nicht zu senken. Die Leitautoren der Studie Lance Dworkin und Timothy Murphy am Rhode Island Hospital berichten auf dem diesjährigen Kongress der American Heart Association über keinen zusätzlichen Nutzen zur rein medikamenösen Therapie. Sie veröffentlichten die Studie im New England Journal of Medicine (http://dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1310753 ).

Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie ausschließlich Patienten, deren Nierenarterienstenose atherosklerotisch bedingt war. Die Atherosklerose ist die häufigste Ursache für eine Stenose der Arteria renalis. Rund sieben Prozent der über 65-Jährigen sind nach Schätzungen der Forscher von der Erkrankung betroffen.

Grundlage der Therapie ist die medikamentöse Einstellung, die durch eine Bypass-OP oder einen Stent ergänzt werden kann. Neben der verbesserten Nierendurchblutung, soll das Stenting der Nierenarterie den Blutdruck der häufig hypertonen Patienten senken. Dennoch gibt es nach Angabe der Wissenschaftler bisher kaum belastbare Studien, die den klinischen Nutzen bei einer relevanten Stenose belegen.

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947 Patienten mit einer Nierenarterienstenose und einer zusätzlichen Hypertonie (>155mmHg systolisch) oder einer chronischen Niereninsuffzienz (GFR >60ml/min) wurden von den Wissenschaftlern für die Studie rekrutiert. Die Forscher randomisierten die Studienteilnehmer in zwei Gruppen, die beide medikamentös behandelt wurden. Bei Teilnehmern der Experimentalgruppe wurde zusätzlich ein Stent eingesetzt. Die durch­schnittliche Beobachtungszeit betrug 43 Monate.

Primäre Endpunkt der Studie waren eine Verringerung der GFR um 30 Prozent und kardiovaskuläre Ereignisse. In Bezug auf diese primären Endpunkte konnten die Forscher keinen signifikanten Nachweis für den Nutzen des Stentings erkennen (35,1 Prozent versus 35,8 Prozent, P= 0,58). Die Art der primären Endpunkte und die Mortalität waren in beiden Gruppen vergleichbar. Patienten der Stent-Gruppe zeigten langfristig nur eine geringe Senkung des Blutdrucks (minus 2,3 mmHg, P= 0,03). Elf Patienten der Stent-Gruppe erlitten während der Intervention eine arterielle Dissektion.

Auf Grund der fehlenden therapeutischen Effekte und der verbesserten medikamentösen Therapie könnte das invasive Stenting häufig vermieden werden, so die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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