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Ausland

Weltaidstag: Optimismus und Apell an Solidarität

Donnerstag, 28. November 2013

dpa

Bonn – Zum Weltaidstag am 1. Dezember hat sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon „optimistischer als je zuvor“ gezeigt. Die Welt beschleunige den Kampf gegen HIV und Aids, die Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle sinke, ließ der Generalsekretär am Donnerstag durch das deutsche UN-Informationszentrum in Bonn mitteilen. Dennoch gebe es weiterhin viel zu tun. Die Deutsche Aids-Hilfe rief anlässlich des Welttages zu mehr Solidarität mit HIV-Infizierten auf und forderte mehr Einsatz gegen Diskriminierung.

Aus Sicht des UN-Generalsekretärs gibt es signifikante Fortschritte mit Blick auf das Ziel der Vereinten Nationen, bis Ende 2015 15 Millionen Menschen Zugang zu anti-retroviraler Behandlung zu ermöglichen. Es bleibe aber weiterhin viel zu tun, um alle Menschen zu erreichen, die noch keinen Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten und Hilfseinrichtungen haben. „In besonderem Maße dränge ich auf ein Ende der gegen Frauen gerichteten Diskriminierung und Gewalt, die schreckliches Leid hervorrufen und das Risiko von HIV-Infektionen und Aids-Todesfällen steigern“, so der UN-Generalsekretär.

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Um die Bedingungen für eine Aids-freie Generation zu schaffen, müssten vor allem Neuinfektionen bei Kindern gestoppt und Behandlungsmöglichkeiten für HIV-infizierte Mütter sichergestellt werden, betonte Ban. „Wenn wir eine Zukunft frei von Aids erreichen wollen, dann brauchen wir kontinuierliches Engagement, weitergehende Investitionen und Innovationen.“

Die Deutsche Aids-Hilfe rief anlässlich des Welttages zu mehr Solidarität mit den Betroffenen auf. „Diskriminierung von Menschen mit HIV macht krank und kann sogar tödlich sein“, sagte Vorstandsmitglied Carsten Schatz. „Mobbing am Arbeitsplatz, Kündigungen, Abweisung in Arztpraxen oder Termine nur am Schluss der Sprechzeit, all das ist auch heute für viele Menschen mit HIV Realität“, sagte Schatz. Die Diskriminierung erhöhe die Hürde, sich überhaupt testen zu lassen.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wissen mit Stand 2012 schätzungsweise 14.000 der etwa 78.000 HIV-Infizierten nichts von ihrer Erkrankung. Über 30 Prozent davon sind nach Angaben des Instituts zwischen 25 und 34 Jahre alt. Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland lag im Jahr 2012 schätzungsweise bei 3.400 - davon waren etwa 3.000 Männer.

Laut UNAIDS-Angaben sind 2012 weltweit 1,6 Millionen Menschen an den Folgen von Aids gestorben; insgesamt sind es seit Beginn der Pandemie Anfang der 1980er Jahre rund 36 Millionen. 75 Millionen Menschen insgesamt seien mit dem HI-Virus infiziert. Seit einem Höhepunkt im Jahr 2005 sei die Zahl der Aids-Toten um 30 Prozent gefallen.

Seit 1990 stagniert die Anzahl neuer Aids-Infektionen. Dennoch geht das Aids-Programm der Vereinten Nationen davon aus, dass sich trotz aller Anstrengungen und Aufklärungskampagnen pro Tag 6.300 Menschen neu mit der tödlichen Immunschwäche infizieren, also rund 2,3 Millionen im Jahr. Allein 1,6 Millionen der Neuinfizierten leben im südlichen Afrika.

Gerade im südlichen Afrika, wo bis zu einem Drittel der Frauen zwischen 24 und 29 Jahren HIV-positiv sind, stecken sich Hunderttausende Kinder direkt bei der Geburt mit dem Virus an. Etwa 90 Prozent der etwa 3,3 Millionen infizierten Kinder leben laut UNAIDS im Afrika südlich der Sahara (2,9 Millionen).

„Wir brauchen mehr niedrigschwellige Präventions-, Beratungs- und Testangebote“, sagte Schatz. Dies müsse die künftige Bundesregierung auch im geplanten Präventionsgesetz verankern. „Ohne den Abbau der Diskriminierung von Menschen mit HIV aber bleibt auch die beste Infrastruktur nutzlos“, so der Vorstand der Aids-Hilfe weiter.

Ein wichtiger Schritt sei hier, die Anti-Diskriminierungsrichtlinie der EU vollständig in deutsches Recht umzusetzen und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz zu erweitern. © kna/aerzteblatt.de

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